Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften

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Aktuelles

Aktuelles März 2026 – Vergütungsumfrage 2025 NRW: Qualifizierung im Handwerk zahlt sich aus

Eine aktuelle Vergütungsstudie des Ludwig-Fröhler-Instituts im Auftrag der Handwerkskammern NRW belegt, dass sich Qualifizierung im Handwerk finanziell lohnt. Der Meistertitel bringt im Schnitt 1.500 € mehr als der Gesellenabschluss und macht die Vergütung mit durchschnittlich 4.500 € (Spitzen bis 8.000 €) konkurrenzfähig zu Bachelorabsolventen. Für die Fachkräftesicherung ist neben der Vergütung vor allem ein gutes Betriebsklima entscheidend. Zudem wird Leistung standortunabhängig honoriert, während die 4-Tage-Woche noch eine Ausnahme bleibt.

Aktuelles Februar 2026 – Nachhaltigkeit im Handwerk – Ergebnisse aus dem Nachhaltigkeitscheck 360°

Wir haben im Projekt „Nachhaltigkeit im Handwerk – empirische Befunde aus dem Nachhaltigkeitscheck 360°“ Beratungsdaten aus 95 Nachhaltigkeitschecks der Handwerkskammern aus dem Zeitraum 2022–2025 ausgewertet. Die Ergebnisse liefern erste empirische Hinweise zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Handwerksbetrieben und zeigen Unterschiede nach Betriebsgröße sowie thematische Schwerpunkte und Entwicklungsbedarfe auf.

Aktuelles Januar 2026 – Der Reparaturbonus aus Sicht des Handwerks

Eine neue qualitative Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts untersucht, wie der Reparaturbonus von Handwerksbetrieben wahrgenommen wird. Die Ergebnisse zeigen, dass der Bonus Reparaturen für Kundinnen und Kunden erleichtert, seine Wirkung für Betriebe jedoch stark von der Planbarkeit und Kontinuität der Förderung abhängt. Zudem wird deutlich, dass strukturelle Herausforderungen des Reparaturmarktes durch den Bonus allein nicht gelöst werden.

Aktuelles Januar 2026 – Neuer Mitarbeiter am LFI

Anfang Januar begrüßte das Ludwig-Fröhler-Institut in München Tim Greiner als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Nach seinem Studium des strategischen Unternehmertums an der Jönköping Universität in Schweden war Herr Greiner zuletzt in der Unternehmensberatung tätig.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird künftig im Bereich der Unternehmensnachfolge liegen.

Falls Sie mit Herrn Greiner in Kontakt treten möchten, steht er Ihnen ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 87
E-Mail: greiner@lfi-muenchen.de
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/tim-greiner/

Aktuelles Dezember 2025 – Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in der Verfassung

Im Rahmen eines Projekts am LFI untersuchte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Juliana Murl die Möglichkeiten eines Staatsziels zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Zunächst wurde die aktuelle Rechtslage analysiert und die bestehenden Regelungen daraufhin geprüft, ob Aussagen zur Gleichwertigkeit der beiden Bildungswege enthalten sind. Anschließend erfolgt ein rechtlicher Vergleich mit den Regelungen in Österreich und der Schweiz, bevor eine mögliche Verankerung dieses Staatsziels im Grundgesetz oder in den Landesverfassungen diskutiert wird. Hinsichtlich der rechtlichen Folgen eines solchen Staatsziels zeigen sich jedoch vor allem die Einzelregelungen als maßgeblich. Das Staatsziel selbst würde vielmehr Erwartungen wecken, die es selbst letztlich nicht erfüllen könnte. Dessen ungeachtet wäre bei entsprechendem politischen Willen eine Staatszielbestimmung „Gleichwertigkeit“ möglich.

Aktuelles Dezember 2025 – Emotionales Kapital als Faktor für den Betriebswert

Die Studie zeigt, dass emotionale Faktoren wie persönliche Beziehungen und die Identifikation mit einem Betrieb den Preis bei Betriebsnachfolgen stark beeinflussen. Während familiäre oder freundschaftliche Nähe zu niedrigeren Kaufpreisen führt, steigert eine enge Bindung an das Unternehmen – etwa durch frühere Mitarbeit – die Zahlungsbereitschaft. Für Inhaber kleiner Handwerksbetriebe bedeutet das: Emotionale Aspekte sollten bei der Nachfolgeplanung frühzeitig berücksichtigt werden.

Aktuelles Dezember 2025 – Die Relevanz der Losvergabe für das Handwerk

In der Novemberausgabe der Deutschen Handwerkszeitung (77. Jahrgang, Nr. 22) spricht Prof. Dr. Martin Burgi in einem Interview über die aktuellen Vorschläge, den Losgrundsatz im Vergabeverfahren aufzuweichen. Angesichts der Bedeutung der Losvergabe – insbesondere für die Wettbewerbschancen von KMU – und vor dem Hintergrund bevorstehender europäischer Änderungen ist hier jedoch Vorsicht geboten.

Aktuelles Dezember 2025 – Wenn Private Equity Handwerksbetriebe übernimmt

Immer häufiger fehlen Nachfolger im Handwerk. Genau dann kann der Verkauf des Betriebs an
Private Equity eine Option darstellen – das belegt die aktuelle Studie von Felix Bachner. Im handwerk magazin 11/25 (S. 68-71) informiert er, dass gerade größere, wirtschaftlich stabile Unternehmen dafür infrage kommen, aber auch kleinere Betriebe sukzessive ins Suchfeld von Private-Equity-Investoren gelangen.

Aktuelles November 2025 – Enthaltungen bei der Wahl des Präsidenten der Handwerkskammer

Im Rahmen eines Projekts am LFI untersuchte die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Juliana Murl den Regelungsrahmen in Bezug auf die Vorstandswahl der Handwerkskammern. Hierbei wurde zunächst die Vorschrift des § 108 HwO – auch anhand eines Vergleichs zu anderen Abstimmungsvorgaben – auf eine Aussage zum Umgang mit Enthaltungen bei den Handwerkskammern hin untersucht. Sodann wurde die Möglichkeit einer abweichenden Satzungsregelung durch die jeweilige Kammer geprüft. Hierbei werden die Autonomie der Kammern, aber auch die Vorgaben des Demokratieprinzips für die funktionale Selbstverwaltung relevant.

Aktuelles November 2025 – Nachhaltigkeit als wertsteigernder Faktor im Handwerk

Die Studie zeigt, dass Nachhaltigkeitsinitiativen derzeit nur einen begrenzten und uneinheitlichen Einfluss auf die Bewertung handwerklicher Betriebe nach dem AWH-Standard haben. Über 39 abgefragte Praktiken hinweg wurde der durchschnittliche Wertbeitrag als niedrig bis moderat eingeschätzt, ebenso die Wahrscheinlichkeit ihrer Berücksichtigung. Unterschiede zwischen ökologischen, sozialen und Governance-Maßnahmen sind gering, wobei soziale Praktiken am seltensten in Bewertungen einfließen. Die Einschätzungen der Gutachter variieren stark, was auf fehlende Bewertungsstandards hindeutet. Rund 20 % der Befragten berichten von klar positiven Effekten nachhaltiger Maßnahmen.

Zwei Cluster gelten als werthaltig: erstens Kostensenkungsmaßnahmen mit messbaren Einsparungen, insbesondere Energieeffizienz und Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien; zweitens personalbezogene Maßnahmen, die Fachkräftegewinnung und -bindung fördern, deren monetärer Nutzen aber schwer quantifizierbar ist. Erstere wirken primär über den Ertrag, letztere über Risikoreduktion. Selbst hochbewertete Praktiken werden nur in etwa der Hälfte der Fälle berücksichtigt. Die Berücksichtigung hängt oft vom Umsetzungsstand ab – viele Bewerter verlangen nachweisbare Ergebnisse. Hauptprobleme sind fehlende Standardisierung, mangelnde Quantifizierbarkeit einzelner ESG-Beiträge und uneinheitliche Definitionen. Einige Bewerter bilden Nachhaltigkeit aktuell über Risikoabschläge ab, andere befürchten negative Nebenwirkungen wie höhere Steuerlasten oder erschwerte Nachfolgefinanzierung. Insgesamt besteht breiter Konsens, dass verbindliche Leitlinien nötig sind, um ESG-Aspekte konsistent in Unternehmensbewertungen zu integrieren.

Aktuelles November 2025 – Neue Praxishilfe: Digitales Recruiting im Handwerk einfach erklärt

Das LFI hat den Leitfaden „Erfolgsfaktor Personal: Digitale Recruiting-Strategien für das Handwerk“ veröffentlicht. Er zeigt praxisnah, wie Handwerksbetriebe digitale Tools und Kanäle – von Social Media bis KI-gestützten Verfahren – gezielt für die Fachkräftegewinnung nutzen können. Mit Best-Practice-Beispielen, Bewertungsmatrix und Tipps zu effizienten Bewerbungsprozessen bietet der Leitfaden kompakte Unterstützung, um dem Fachkräftemangel im Handwerk aktiv zu begegnen.

LFI bei der Herbsttagung der STUDIENGESELLSCHAFT FÜR MITTELSTANDSFRAGEN e. V. in München vertreten

Dr. Andrea Greilinger repräsentiert das Ludwig-Fröhler-Institut als Mitglied des Expertenpanels bei der Veranstaltung „Erfolgreiche Transformation des Mittelstands in Bayern“ am 22. November 2025 in München. Themen wie Nachhaltigkeit, Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz stehen im Mittelpunkt der Tagung.
Wir freuen uns, dass wir mit ihrer Expertise zu aktuellen Herausforderungen im Mittelstand beitragen und den Blick des Handwerks sichtbar machen können. Das LFI bleibt damit ein aktiver Partner im Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Aktuelles Oktober 2025 – Neuer Mitarbeiter am LFI

Am 1. Oktober begrüßte das Ludwig-Fröhler-Institut in München Joshija Kelzenberg als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Herr Kelzenberg studierte Kommunikationsmanagement an der Universität Hohenheim und sammelte im Anschluss an sein Studium praktische Erfahrungen in einer mittelständischen Unternehmensberatung sowie in einem Softwareunternehmen.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird künftig im Bereich Nachhaltigkeit mit einem Fokus auf Circular-Economy-Ansätze im Handwerk liegen.

Falls Sie mit Herrn Kelzenberg in Kontakt treten möchten, steht er Ihnen ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 85
E-Mail: kelzenberg@lfi-muenchen.de

Aktuelles Oktober 2025 – Karriereentwicklung in Klimagewerken

Das Projekt beleuchtet, wie sich Karrierewege und Weiterbildung in den Klimagewerken – also etwa in der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Elektrotechnik – zukunftsfähig gestalten lassen. Diese Branchen sind zentrale Treiber der Energiewende, stehen aber zugleich unter Druck: Fachkräfte fehlen, Anforderungen steigen, Technologien entwickeln sich rasant weiter.
Die Studie zeigt, dass klassische Karrierepfade – vom Gesellen über den Meister bis hin zum Techniker – den heutigen Anforderungen des lebenslangen Lernens kaum noch gerecht werden. Aufbauend auf Experteninterviews und einer breiten Analyse entwickelt das Projekt daher ein modernes Karrieremodell für das Handwerk am Beispiel des SHK Gewerbes: mit flexiblen Stufen, neuen Expertenpfaden und modularen Weiterbildungsangeboten. Auch die Rolle des Meisters wird neu gedacht – entlastet durch Automatisierung und mit mehr Raum für fachliche Schwerpunkte.
Das Ergebnis: Ein praxisnahes Konzept, das zeigt, wie Betriebe attraktive Entwicklungsperspektiven schaffen, Fachkräfte langfristig binden und die Klimagewerke fit für die Zukunft der Klimawende machen können.

Aktuelles Oktober 2025 – New Work ist längst im Handwerk angekommen

Im Rahmen einer Veranstaltung der Offensive Mittelstand – Region Hannover durfte Dr. Andrea Greilinger über Ihre Forschungserkenntnisse zum Thema „New Work im Handwerk“ berichten. Im Mittelpunkt standen die praktischen Facetten moderner Arbeitskultur in Handwerksbetrieben: (1) Kooperative Führung als Schlüssel für Motivation und Bindung, (2) Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort als Wettbewerbsvorteil und (3) Agilität als Antwort auf Fachkräftemangel und Marktveränderungen. Die lebhafte Diskussion mit den Teilnehmenden hat gezeigt, dass New Work auch im Handwerk längst kein Zukunftsthema mehr ist, sondern konkrete Gestaltungsmöglichkeiten bietet – gerade für kleine und mittlere Betriebe.

Aktuelles September 2025 – Beitragsstrukturen einer Kammer

Das Projekt untersucht die Beitragsstrukturen einer Handwerksorganisation und entwickelt ein Simulationsmodell zur transparenten Darstellung und Prognose künftiger Beitragsströme. Ziel ist es, Beiträge nach Betrieb, Branche und Region nachvollziehbar aufzuschlüsseln und Belastungsverschiebungen und konjunkturelle Entwicklungen zwischen Gewerken sichtbar zu machen. Auf Basis einer umfangreichen Excel-Datenbasis und eines Power BI-Dashboards werden die Beitragsströme rekonstruiert, historische Entwicklungen analysiert und alternative Beitragssätze simuliert. Dadurch lassen sich Disbalancen zwischen Beitragszahlern erkennen, konjunkturgerechte Ent- und Belastungen modellieren sowie die Haushaltsplanung präzisieren. Qualitätschecks und Datenbereinigungen sichern die Genauigkeit der Berechnungen, die in den Vergleichsjahren nur minimale Abweichungen von den tatsächlichen Werten aufweisen. Das Projekt zeigt damit, wie digitale Werkzeuge Transparenz schaffen und den Entscheidungsträgern in Kammern eine evidenzbasierte Steuerung ihrer Beitragsstrukturen ermöglichen.

Aktuelles September 2025 – MDR berichtet über die Vergütungsstudie des LFI

Unter dem Titel „Handwerk. Ausbildung gesucht: Darauf sollte man achten“ informiert der MDR passend zum Start des neuen Ausbildungsjahrs darüber, dass es viele Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk gibt. Neben Informationen zur gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung verweist der MDR auf die Vergütungsumfrage des LFI aus Baden-Württemberg. Diese liefert aktuelle Daten, was Ausbildungsbetriebe im Handwerk in vielen verschiedenen Berufen aktuell in der Ausbildung zahlen.

Aktuelles September 2025 – Hinweis auf die Veröffentlichung der Berichte des „4. Forum Handwerksrecht“

Die Beiträge der Redner des „4. Forum Handwerksrecht“ wurden in der Zeitschrift „Wirtschaft und Verwaltung“ Heft 3/2025 veröffentlicht, welches Anfang September 2025 erschienen ist. Folgende Beiträge sind veröffentlicht:
• Prof. Dr. Martin Burgi: Berufe an den Grenzen von Handwerk und Meisterpflicht: Vom dynamischen Handwerksbegriff zur Vermutungsregel
• Klaus Schmitz: Zur Auslegung des § 52 HwO bei der Bezirksabgrenzung von Innungen
• Prof. Dr. Thomas Günther: Herausforderungen bei der Anwendung des Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetzes
• Prof. Dr. Richard Giesen: Zur sozialrechtlichen Stellung Auszubildender

Aktuelles Juli 2025 – 4. Forum Handwerksrecht

Prof. Dr. Martin Burgi, beratender Co-Direktor (Recht) des Ludwig-Fröhler-Instituts, hieß im Namen des Instituts alle Teilnehmenden herzlich willkommen und freute sich ebenso wie Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, über die Möglichkeit, die von Diskussion und Austausch lebende Veranstaltung mit knapp 80 Teilnehmenden in der Handwerkskammer für München und Oberbayern durchführen zu können.

Die Vortragsreihe wurde durch Burgi eröffnet, der sich mit Berufen beschäftigte, die sich der Grenze von Handwerk bzw. Meisterpflicht befinden. Er schlug vor, den dynamischen Handwerksbegriff durch eine Vermutungsregelung für die Zugehörigkeit zum Handwerk bzw. zu der Anlage A der Handwerksordnung (HwO) zu ersetzen.

Nach einer Kaffeepause referierte Klaus Schmitz, Referatsleiter Hand-werksrecht im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) über die Auslegung des § 52 HwO bei der Bezirksabgrenzung von Innungen. Da heute immer weniger Innungen existieren, läge in vielen Fällen eine Fusion nahe. Aufgrund der komplexen Vorschrift des § 52 HwO seien solche Fusionen aber nur schwer realisierbar. Schmitz warf des-halb die Frage auf, ob es nicht Teil der kommunalen Selbstverwaltung sei, dass Innungsfusionen in eigener Organisation stattfinden.

Direkt im Anschluss folgte der Beitrag von Prof. Dr. Richard Giesen, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht (ZAAR) an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Er schilderte in seinem „sozialpolitischen Vortrag“ die de lege lata bestehenden Reformhindernisse für die Sozialversicherung der Auszubildenden und schlug sodann Möglichkeiten zur Förderung der Bedingungen innerhalb der Berufsbildung vor.

Nach der Mittagspause referierte Prof. Dr. Thomas Günther, Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, über die Herausforderungen bei der Anwendung des Berufsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetzes. Günther betonte, dass man trotz anfänglicher Bedenken von einer erfolgreichen effizienten Zusammenarbeit der Kammern sprechen könne. Die digitale Berufsvalidierung sei jedenfalls eine Chance, dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Geschlossen wurde die Vortragsreihe durch den „Bericht aus Berlin“ von Martina Giesler, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, und Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH. Giesler berichtete unter anderem über die in der letzten Legislatur erfolgte Änderung der HwO (§ 18 Abs. 2 HwO) sowie die Ergebnisse der im Frühjahr 2025 durchgeführten Evaluation der Rückvermeisterung. Die Betriebe wür-den demnach erste positive Bilanzen ziehen.

Schwannecke gab zu bedenken, dass die Wettbewerbsfähigkeit Europas nicht zuletzt eine große Bedeutung für Handwerk und Mittelstand habe. Mit Beginn der neuen Legislatur sei die Erwartungshaltung groß, dass Deutschland wieder eine Führungsrolle im Bereich der Wirtschaft übernimmt. Im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks forderte er den weiteren Abbau von Berichtspflichten und die Entlastung der Betriebe durch eine Senkung der Stromsteuer bzw. der Netzentgelte für Strom.

Sowohl nach den einzelnen Vorträgen als auch in den Pausen entstan-den interessante Fachdiskussionen unter den Teilnehmenden und mit den Referierenden. Einen ausführlichen Tagungsbericht finden Sie in der Ausgabe 8/2025 des Gewerbearchivs. Außerdem findet sich in der Zeitschrift handwerk magazin 08/25 ebenfalls ein Beitrag zum 4. Forum Handwerksrecht. Die Berichte der einzelnen Vorträge werden in der Zeitschrift „Wirtschaft und Verwaltung“, Heft 3/2025 veröffentlicht.

Ansprechpartner am LFI:
Juliana Murl (murl@lfi-muenchen.de)

Aktuelles Juli 2025 – Private Equity

Der Bericht untersucht die zunehmende Rolle von Private-Equity-(PE)-Investitionen im deutschen Handwerk. Er zeigt auf, wie PE helfen kann, zentrale Herausforderungen wie ungelöste Nachfolgeregelungen, geringe Marktkonsolidierung und Modernisierungsbedarf in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu bewältigen. Neben Kapital stellen PE-Investoren auch strategische Unterstützung sowie operative Professionalität bereit – etwa durch Digitalisierung, moderne HR-Strukturen und effizientere Prozesse. Gleichzeitig bringt die Beteiligung kulturelle und strukturelle Herausforderungen mit sich, wie den Verlust betrieblicher Autonomie oder Schwierigkeiten bei der Mitarbeiterbindung. Auf Basis qualitativer Interviews mit Investoren und Handwerksunternehmern identifiziert die Studie zentrale Erfolgsfaktoren: u. a. klare Kommunikation, Kontinuität in der Führung, strategische Passung und die Wahrung regionaler Identität. Zwar sind PE-Investitionen im Handwerk noch eine Nische, doch angesichts des demografischen Wandels und zunehmender Konsolidierung wird ihnen langfristig wachsende Bedeutung beigemessen – vorausgesetzt, Investoren erkennen und respektieren die branchenspezifischen Besonderheiten.

Aktuelles Juli 2025 – Unternehmereignung

Die Studie untersucht, ob sich mithilfe eines Merkmals-Tools der Gründungserfolg im Handwerk vorhersagen lässt. Basierend auf einer Längsschnittuntersuchung mit 27 Teilnehmenden, die ursprünglich zu gründungsrelevanten Eigenschaften befragt wurden, wurde analysiert, welche Merkmale mit tatsächlich erfolgten Gründungen und deren Erfolg korrelieren. Die Ergebnisse zeigen, dass unternehmerische Vorerfahrung, Managementkompetenz und F&E-Kenntnisse signifikant mit der tatsächlichen Umsetzung von Gründungsvorhaben zusammenhängen. Besonders starke Zusammenhänge ergeben sich für den ökonomischen Gründungserfolg, während persönliche und gesellschaftliche Erfolgsaspekte komplexer sind und schwächer durch objektive Merkmale erklärbar bleiben. Emotionale Fähigkeiten und unternehmerische Persönlichkeit erweisen sich als wichtige Einflussfaktoren für Gesamt-, persönlichen und gesellschaftlichen Erfolg. Trotz einer begrenzten Stichprobengröße liefert das Tool eine vielversprechende Grundlage zur Identifikation und Förderung geeigneter Gründungspersönlichkeiten im Handwerk.

Aktuelles Juni 2025 – Neuer Mitarbeiter am LFI

Am 1. Juni begrüßte das LFI in München Yannick Dreier als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Herr Dreier studierte Management and Technology an der Technischen Universität München und sammelte während seines Studiums vielseitige praktische Erfahrungen als Werkstudent und Masterand in Industrieunternehmen sowie in der Nachhaltigkeitsberatung.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird insbesondere in den Bereichen Innovationsmanagement, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz liegen.

Falls Sie mit Herrn Dreier in Kontakt treten möchten, steht er Ihnen ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 76
E-Mail: dreier@lfi-muenchen.de

Aktuelles Juni 2025 – Handwerk sieht sich in Punkto Entlohnung voll konkurrenzfähig

Unter diesem Titel berichtet die Stuttgarter Zeitung über die neu erschienene Vergütungsstudie des LFI im Auftrag der baden-württembergischen Handwerkskammern. Die Studie räumt endgültig mit dem Vorurteil auf, im Handwerk sei es „laut, dreckig, staubig – und schlecht bezahlt“ (Stuttgarter Zeitung, Nr. 129, S. 11, 06.06.2025). Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, betont gegenüber der Öffentlichkeit die zentrale Botschaft: Das Handwerk bietet sehr attraktive und wettbewerbsfähige Vergütungen.

Aktuelles Juni 2025 – Erkenntnisse zur Vergütungssituation im baden-württembergischen Handwerk veröffentlicht

Eine aktuelle Studie des LFI untersucht, welche betrieblichen sowie inhaber- und mitarbeiterbezogenen Faktoren die Vergütungshöhe in Handwerksbetrieben in Baden-Württemberg beeinflussen. Sie zeigt, dass insbesondere die Umsatzklasse und die jeweilige Gewerbegruppe entscheidende Treiber für höhere oder niedrigere Vergütungen sind. Überraschenderweise spielt es hingegen keine Rolle, ob sich der Betrieb in einer ländlichen oder städtischen Region befindet. Die Studie zeigt außerdem, dass mit steigendem Alter und damit wachsender Berufserfahrung auch die Vergütung der Mitarbeitenden zunimmt.

Aktuelles April 2025 – Der Ausbildungsmarkt ist ausgetrocknet – und das Schilder- und Lichtreklamehandwerk geht dagegen an!

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Zentralverbands Schilder und Lichtreklamehersteller (ZVSL) hielt Dr. Andrea Greilinger einen Vortrag mit dem Titel: „Nachwuchs gesucht: Wie Sie Schulabsolventen fürs Handwerk begeistern! Wissenschaftliche Impulse für Ihre Rekrutierungsstrategie“.

Es ergab sich ein spannender Austausch über kreative Wege zur Ansprache junger Talente, die Stärken des Berufs Schilder- und Lichtreklamehersteller und Ideen, diesen bekannter zu machen. Denn dieser Beruf ist kreativ, handwerklich und vielseitig in Material und Umsetzung. Für den ZVSL sowie deren Mitglieder heißt es nun: Sichtbar machen, was der Beruf kann!

Aktuelles April 2025 – Vortrag zur Förderung von Frauen im Ehrenamt

Larissa Nicolaus hatte im Rahmen des ZDH-Ausschusses „Organisation und Recht“ die Möglichkeit, das LFI-Forschungsprojekt „Frauen in der Handwerksorganisation“ vorzustellen. Deutlich wurde dabei, dass bereits nach geltendem Recht eine Förderung von Frauen in Leitungspositionen, die nicht Betriebsinhaberinnen sind, möglich ist. Zudem bestehen verschiedene Regelungsoptionen, die – den politischen Willen vorausgesetzt – eine erweiterte Mitwirkung von Frauen in der Handwerksorganisation ermöglichen könnten.

Aktuelles April 2025 – Emotional gebunden – Wie sozioemotionale Werte Entscheidungen im Handwerk beeinflussen

Was tun, wenn der eigene Betrieb scheitert – weitermachen oder neu gründen? Eine neue Studie zeigt: Inhaber familiengeführter Handwerksbetriebe treffen solche Entscheidungen häufig unter dem Einfluss sozioemotionaler Werte (SEW) – etwa durch emotionale Bindung, Identifikation oder Traditionsbewusstsein.

Die Ergebnisse belegen: Hoher SEW kann zu überhöhtem Investitionsverhalten in aussichtslosen Situationen führen – erhöht aber auch die Bereitschaft, nach einem Scheitern erneut zu gründen.

Die Studie basiert auf zwei Vignettenstudien mit 314 Inhaberinnen und Inhabern und liefert wichtige Impulse für die Nachfolge- und Krisenstrategie im Handwerk.

Aktuelles April 2025 – Einfluss von emotionalen Bindungen auf Preisverhandlungen bei Betriebsnachfolgen

Der erfolgreiche Verkauf eines Unternehmens im Rahmen der Nachfolge hängt maßgeblich von der Einigung über den Kaufpreis ab. Diese Studie untersucht, wie persönliche Beziehungen zwischen Käufer und Verkäufer sowie die Bindung des Käufers zum Betrieb die Zahlungsbereitschaft beeinflussen.

Zwei Vignettenstudien mit Meisterschülern in Deutschland zeigen: Freundschaftliche oder familiäre Beziehungen senken die Zahlungsbereitschaft, während eine frühere Anstellung oder eine starke Identifikation mit dem Betrieb zu höheren Preisangeboten führen können.

Die Ergebnisse geben praxisnahe Einblicke für übergabewillige Inhaber und potenzielle Nachfolger – und unterstreichen die Bedeutung emotionaler Faktoren bei der Preisfindung in nachfolgebedingten Unternehmensverkäufen im Handwerk.

Aktuelles März 2025 – LFI zu Besuch bei der Schader-Stiftung für die Darmstädter Tage der Transformation

Im Rahmen der von der Schader-Stiftung organisierten Darmstädter Tage der Transformation fanden Werkstatt-Gespräche zu „Chancen des Handwerks in der Kreislaufwirtschaft: Erfahrungen aus der Praxis“ statt.

Dr. Antonia Hoffmann durfte hierbei in ihrem Vortrag „Kreislaufwirtschaft im Handwerk: Wie geht es?“ praxisnahe Einblicke in ihre Forschung geben und zusammen mit Frau Susanne Haus, Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, die zirkuläre Zukunft des Handwerks diskutieren.

Aktuelles März 2025 – DHI-Forum 2025 ganz im Zeichen von KI

Das Leitthema des diesjährigen DHI-Forums 2025 im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse war Künstliche Intelligenz. Die fünf Handwerksinstitutete gaben hierbei Einblick in Ihre aktuelle Forschung zu KI in den Betrieben, der Handwerksorganisation, und der Berufsausbildung.

Unser Mitarbeiter Herr Maximilian Schatz stellte ein Forschungskonzept zur Entwicklung eines digitalen Mitarbeiters für das Handwerk vor, welcher Betriebe intern bei der Umsetzung von Innovationsprojekten unterstützt.

Aktuelles Februar 2025 – LFI beim Netzwerktreffen: Offensive Mittelstand

Beim regionalen Netzwerktreffen „Offensive Mittelstand“ arbeiten unabhängige Partner gemeinsam daran, mittelständische Betriebe zu stärken. Inspirierende Vorträge, kurze Einblicke aus dem Netzwerk und abwechslungsreiche Veranstaltungsorte schaffen ideale Gelegenheiten für Austausch und Vernetzung.
Im Rahmen des regionalen Netzwerktreffens der Offensive Mittelstand durfte Dr. Antonia Hoffmann ihre aktuelle Studienergebnisse zu zirkulären Strategien im Handwerk vorstellen.

Aktuelles Februar 2025 – Einladung zum 4. Forum Handwerksrecht 2025

Am 27.06.2025 findet das Forum Handwerksrecht zum vierten Mal in München statt. Mit dieser Veranstaltung möchte das Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften den Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft vertiefen. Neben den Fachvorträgen und dem „Bericht aus Berlin“ ist ausreichend Zeit zur Diskussion und zum persönlichen Gespräch vorgesehen. Wir laden Sie herzlich nach München ein!
Weitere Informationen finden Sie im Programmflyer.

Bei Fragen zur Veranstaltung hilft Ihnen gerne unsere Kollegin Juliana Murl.

Aktuelles Februar 2025 – Circular Economy im Bausektor

Die Circular Economy bietet für den Bausektor vielversprechende Chancen um den Ressourcenverbrauch zu minimieren und die Umweltbelastung zu reduzieren. Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Es werden die im Baugewerbe viel genutzten Materialien Mineralik (insbesondere Beton), Holz, Metall, Ziegel, Kunststoffe, Dämmstoffe und Glas in Bezug auf ihre Verwendung, ihren aktuellen Stoffstrom sowie ihre aktuelle und zukünftige nachhaltige Nutzung analysiert. Zudem werden die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und in der EU betrachtet. Abschließend werden im Rahmen der Arbeit Handlungsempfehlungen für die Wirtschaft und die Politik gegeben. Diese Empfehlungen zielen darauf ab, die Kreislaufwirtschaft im Bausektor zu fördern und die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, um das Baugewerbe nachhaltiger werden zu lassen.

Jobs – Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d)  gesucht

Für Mai/Juni 2025 sucht das Ludwig-Fröhler-Institut einen wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w/d). Mit der 80%-Stelle verbunden ist die Möglichkeit zur Promotion.

Aktuelles Februar 2025 – Eine Frage des Vertrauens

Wer hätte das gedacht: New Work & Handwerk – das passt zusammen und es gibt Betriebe, die diesen Ansatz voll leben! Besonders dann, wenn New Work nicht unter diesem – für das Handwerk oft wenig greifbaren – Begriff diskutiert wird, sondern in seine einzelnen Komponenten zerlegt wird. Kooperative Führung sowie Flexibilität (in Bezug auf Arbeitszeit und -ort) – hier gehen die Betriebe maximal auf die Mitarbeitenden ein! Agilität als dritte Komponente von New Work muss für eine Anwendung im Betriebsalltag zum Gewerk und zur Unternehmensstruktur passen, weshalb Betriebe es oft an ihre Bedingungen anpassen bzw. nur teilweise umsetzen. Letztlich erfordert diese moderne, ergebnisorientierte Betriebsführung aber vor allem eines: Vertrauen in die Mitarbeitenden. Die Belohnung? Zufriedene Fachkräfte, die dem Betrieb treu bleiben! (DHZ, Ausgabe 3, Jhg. 77, S. 12)

Aktuelles Februar 2025 – Gutachten von Prof. Dr. Fervers zu Circular Economy in Handwerksunternehmen

Ob beim Hausbau oder der Kfz-Reparatur – in vielen Sektoren des Handwerks können Second-Hand-Materialien eingesetzt werden. Neben dem klassischen Einbau bereits verwendeter Ersatzteile birgt die Kreislaufwirtschaft erhebliche Potenziale für Handwerksbetriebe: Allein im Jahr 2020 fielen laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes im Bausektor 220,6 Millionen Tonnen an Bauabfällen (z.B. Bauschutt, Straßenaufbruch und Bodenaushub) an. Wenngleich Bauabfälle oftmals schon im Straßenbau als Füllmaterial verwendet werden, sind die Einsatzmöglichkeiten noch längst nicht vollständig ausgeschöpft. Technisch ließen sich etwa bereits heute Recycling-Gesteinskörnungen im Hochbau einsetzen und so einer wertvolleren Verwendung zuführen.

Dennoch stehen Handwerksunternehmen, die den Schritt in Richtung der Nachhaltigkeit gehen wollen, vor Herausforderungen. Schwer erkennbare Beschädigungen, eine ungewisse Vorbelastung mit Schadstoffen oder eine verkürzte Lebensdauer bergen nicht zu vernachlässigende zivilrechtliche Risiken bei der Verwendung von Second-Hand-Materialien. Prof. Dr. Fervers erörtert in seinem für das LFI angefertigtem Gutachten rechtliche Hemmnisse und Potenziale bei der Umsetzung von „Circular Economy“ durch Handwerksunternehmen.

Im Mittelpunkt dieser Haftungsvermeidung steht dabei eine transparente vertragliche Vereinbarung zwischen Handwerksunternehmen und Kunden, die auf keinen Fall als „Klausel im Kleingedruckten“ erfolgen sollte. An dieser Stelle soll nur kurz erwähnt sein, dass der Autor vor dem Hintergrund der Beweislast eine Dokumentation über die Lagerung, den Zustand und die Herkunft der Second-Hand-Materialien empfiehlt. Dieses Thema stößt bei Betriebsinhabern schnell auf Unsicherheit – oftmals ist nicht eindeutig, in welcher Form und über welche Zeiträume die Dokumentation erfolgen soll. Im Rahmen von kauf- und werkvertraglichen Regelungen ist in jedem Fall auf der sicheren Seite, wer eine schriftliche Dokumentation – zum Beispiel mit Protokollen und Fotos versehen – über die verwendeten Materialien, Tätigkeiten und Arbeitsergebnisse vornimmt. Für den Zeitraum der Archivierung gilt: Wie bislang üblich, sollten die Unterlagen mindestens entsprechend der gesetzlichen Verjährungsdauer von Gewährleistungsansprüchen aufbewahrt werden. Für die Aufbewahrung und Sicherung der Dokumente sollte eine „revisionssichere Archivierung“ wie bei allgemeinen Geschäftsunterlagen (Verträge, Geschäftskorrespondenz o.Ä.) erfolgen.

Aktuelles Februar 2025 – Innovationlabs für den Mittelstand

Innovationlabs werden als zentrale Katalysatoren für den unternehmerischen Erfolg und technologische Entwicklung diskutiert. Diese Studie untersucht die strukturellen und operativen Muster deutscher Innovationlabs sowie ihren spezifischen Nutzen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Durch einen explorativen, sequenziellen Mixed-Method-Ansatz wurde eine Typologie von Innovationlabs erstellt, die acht unterschiedliche Grundtypen umfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass deutsche Innovationlabs vielfältige Ansätze bieten, um KMU bei Digitalisierung, Vernetzung und Innovationsprojekten zu unterstützen. Innovationlabs spielen eine zentrale Rolle als potenzielle Treiber für technologischen Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung. Die Erkenntnisse bieten praktische Impulse für die Gestaltung und Nutzung von Innovationslabs für KMU.

Aktuelles Januar 2025 – Die Rolle der Handwerkskammern im 21. Jahrhundert

In der Januar Ausgabe der Deutschen Handwerkszeitung (77. Jahrgang, Ausgabe 1-2) spricht Prof. Dr. Martin Burgi in einem Interview über politische Provokationen, die Rolle der Handwerkskammern im 21. Jahrhundert und ihre Bedeutung für die Demokratie. Dabei wird auch deutlich, wie relevant die Arbeit der Kammern im Hinblick auf die Entbürokratisierung im Handwerk ist.

Aktuelles Januar 2025 – Vertrauen statt Homeoffice bieten

Unter diesem Titel berichtet das „handwerk magazin“ (Ausgabe 1-2/25, S. 29-31 sowie Online) über die neu erschienene Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts zu New Work im Handwerk. Der Beitrag verbindet die wissenschaftlich erhobenen Erkenntnisse der Studie mit einem Blick in die Praxis, indem ein Leuchtturmbetrieb schildert, was er konkret unter New Work versteht und welche Komponenten er wie in seinem Betrieb lebt. Der Beitrag wird durch einen „New Work Check“ abgerundet, in welchem die Komponenten Vertrauen & Wertschätzung, Führung auf Augenhöhe, flexible Arbeitszeiten, mobiles und agiles Arbeiten thematisiert werden und mit Vor- und Nachteilen aufgezeigt wird, wie das Handwerk von der neuen Arbeitskultur profitieren kann.

Aktuelles Januar 2025 – Zirkuläre Strategien im Handwerk

Die Kreislaufwirtschaft wird immer bedeutender, jedoch sind KMU und Handwerksbetriebe in der Forschung bisher unterrepräsentiert. Die Arbeit untersucht zirkuläre Strategien in Zimmerei, Dachdeckerei, Glaserei, Metallbau und Textilreinigung. Hemmnisse wie hohe Kosten, technische Probleme, regulatorische Hürden und geringe Kundenakzeptanz erschweren die Umsetzung. Dennoch bieten Ansätze wie Kooperationen, Reparaturen und Sharing-Modelle Potenziale für Ressourceneffizienz.
Handwerksbetriebe spielen eine Schlüsselrolle in regionalen Kreisläufen und der nachhaltigen Transformation, indem sie Wiederverwendung und Reparatur fördern.

Aktuelles Dezember 2024 – Über Geld spricht man

Im Handwerk wird besser bezahlt, als oft angenommen – das belegt eine neue Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts. Darüber berichtet die Deutsche Handwerks Zeitung (DHZ) in ihrer aktuellen Ausgabe vom 6. Dezember (Jahrgang 76, Ausgabe 23). Zwar gibt es in den Handwerksberufen große Unterschiede bei den Gehältern, da die Zahlungsbereitschaft der Unternehmen stark variiert. Doch ein Vergleich der Ausbildungsvergütungen im Handwerk mit denen anderer Branchen sowie der Einstiegsgehälter von Handwerksmeistern mit Bachelorabsolventen oder Technikern (vergleichbar, da DQR-Stufe 6) zeigt: Das Handwerk steht bei der Bezahlung anderen Branchen und Bildungswegen in nichts nach.

Aktuelles Dezember 2024 – Mach, was zu dir passt!

Unter diesem Titel veröffentlichte Dr. Andrea Greilinger zusammen mit Andrea Sitzmann von der Handwerkskammer Unterfranken einen Buchbeitrag im Sammelband „Übergang vom Studium ins Berufsleben – Beratung und Recruiting“, das von Prof. Michael Scharpf und Prof. Bernd-Joachim Ertelt herausgegeben wurde. Der Beitrag geht der Frage nach, durch welche Praxisansätze es gelingt, die immer größer werdende Gruppe der Abiturient:innen für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Über die Erfahrungen in einem Pilotprojekt der Handwerkskammer für Unterfranken wird aufgezeigt, welches Setting, welche Partner und welche Anstrengungen notwendig sind, um nachhaltige Schritte zur Gewinnung von Abiturient:innen und Bindung dieser zukünftigen Fach- und Führungskräfte zu gehen.

Aktuelles Dezember 2024 – Neue Publikation: Handwerksrechtliche Einordnung von Reparaturtätigkeiten

Im Rahmen eines Projekts am LFI untersuchte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Larissa Nicolaus verschiedene Reparaturleistungen und ordnete diese in das Regime der GewO und der HwO ein. Dies geschieht zunächst auf abstrakte Weise und sodann anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis. Dabei wird zwar deutlich, dass eine genaue Betrachtung der jeweiligen Tätigkeiten für die rechtliche Einordnung erforderlich ist. Anhand der bestehenden Regelungen lassen sich Reparaturtätigkeiten im Rahmen der HwO jedoch sachgemäß zuordnen.

Aktuelles Dezember 2024 – Erfolgreiche Dissertationsverteidigung unserer Mitarbeiterin Antonia Hoffmann

„Wir freuen uns, die erfolgreiche Verteidigung der Doktorarbeit von Antonia Hoffmann an der TUM School of Management zu feiern! Ihre Forschung zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bietet wertvolle Einblicke in nachhaltige Praktiken, insbesondere durch ihre Arbeit mit Handwerksbetrieben in Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Fröhler-Institut (LFI).
Antonias Engagement und ihre innovativen Projekte zeigen das Potenzial von KMU auf, eine Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft zu übernehmen. Ihre Arbeit wird zukünftige Fortschritte in diesem wichtigen Bereich inspirieren.“

Prof. Dr. Gunther Friedl,
Leiter des Ludwig-Fröhler-Instituts für Handwerkswissenschaften

Aktuelles November 2024 – Frauen in der Handwerksorganisation

In einer Studie des LFI untersuchten Moritz Schumacher und Larissa Nicolaus unter der Projektleitung von Prof. Dr. Martin Burgi die rechtlichen Mitwirkungsmöglichkeiten von in Leitungsposition tätigen Frauen, die nicht Betriebsinhaberinnen sind, in Handwerkskammern, Innungen und Kreishandwerkerschaften de lege lata und de lege ferenda. Dabei zeigte sich, dass die Mitwirkung von Frauen in der Handwerksorganisation in weiten Teilen bereits möglich ist. Zudem bestehen verschiedene Regelungsoptionen, die – den politischen Willen vorausgesetzt – eine erweiterte Mitwirkung von Frauen in der Handwerksorganisation ermöglichen könnten.

Aktuelles November 2024 – Ausbildungsplatz vergeben, Azubi verschwunden: Warum Ghosting im Handwerk zunimmt und wie Betriebe gegensteuern können

Die aktuelle Ausgabe (11/2024) des „NordHandwerk“ fühlt der Ausbildungsqualität im Handwerk auf den Zahn. In einem Interview berichtet Dr. Andrea Greilinger über ihre Studie zur Ghosting-Situation, die Betriebe trotz geschlossener Ausbildungsverträge erleben. Sie geht u. a. auf die Charakteristika jener Azubis ein, die mit größerer Wahrscheinlichkeit ohne Vorwarnung nicht zum Ausbildungsbeginn erscheinen: Jugendliche mit niedrigeren Schulabschlüssen, jene über 18 Jahre und auch Frauen. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt sie eine fortlaufende Kommunikation sowie ein durchdachtes Pre-Boarding.

Aktuelles November 2024 – 125 Jahre Handwerkskammern

Am 2.7.2024 hielt Prof. Dr. Martin Burgi anlässlich der Festveranstaltung „125 Jahre Handwerkskammern in Bayern“ einen Vortrag im Bayerischen Landtag. Eine um Nachweise ergänzte Fassung des Vortrags ist nun im Gewerbearchiv 2024, S. 426 – 430 erschienen.

Aktuelles November 2024 – Modernes Arbeiten im Handwerk: Studie des LFI zu New Work veröffentlicht

New Work steht für moderne Arbeitswelten, in denen Flexibilität, Eigenverantwortung und die aktive Einbindung der Mitarbeitenden im Vordergrund stehen. Eine neue Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts im Auftrag der Handwerkskammer der Pfalz zeigt nun, wie diese Prinzipien im Handwerk Fuß fassen. Besonders die Facette „Führung“ wird in den untersuchten Betrieben neu interpretiert: Ein kooperativer Führungsstil mit flachen Hierarchien und gemeinsamer Entscheidungsfindung schafft eine offene Unternehmenskultur. Diese transparente und partnerschaftliche Führung fördert die emotionale Bindung der Mitarbeitenden an ihren Betrieb und stärkt das Miteinander.

Flexibilität, eine weitere Säule von New Work, zeigt sich im Handwerk jedoch unterschiedlich stark. Während kaufmännische Mitarbeitende von mobiler Arbeit und flexiblen Zeiten profitieren, sind gewerbliche Mitarbeitende meist an feste Arbeitsorte und Schichten gebunden. Dennoch eröffnen einige Betriebe innovative Modelle, wie etwa die Viertagewoche, die die Work-Life-Balance positiv beeinflussen. In Bezug auf Agilität, also Selbstbestimmung und Selbstorganisation, zeigt die Studie klare Rahmenbedingungen. Die meisten Handwerksbetriebe setzen auf spezialisierte Rollen und klar definierte Arbeitsprozesse. Diese Struktur fördert Effizienz und Stabilität, lässt jedoch nur begrenzten Raum für spontane Veränderungen und Selbstbestimmung. Insgesamt betont die Studie, wie wichtig es für Handwerksbetriebe ist, traditionelle Arbeitsstrukturen zu überdenken und moderne Ansätze in ihre Führung zu integrieren. Mit New-Work-Prinzipien können sie nicht nur den Fachkräftemangel angehen, sondern auch ihren Betrieb langfristig wettbewerbsfähiger und zukunftssicher machen.

Aktuelles Oktober 2024 – ZDH Seminar – Nachhaltigkeitsmanagement im Handwerk

Erfolgreich ist ein weiteres ZDH-Seminar zu Ende gegangen. Im Laufe der drei von unserer Mitarbeiterin Antonia Hoffmann organisierten Seminartage beschäftigten sich die Teilnehmenden aus Handwerkskammern, Innungen, Verbänden und Handwerksbetrieben intensiv mit dem Thema „Nachhaltigkeit im Handwerk: Mit Betrieben, die Circular Economy gestalten“.

Aktuelles Oktober 2024 – Das LFI auf der 19. European Conference on Innovation and Entrepreneurship

Unsere Mitarbeiter Antonia Hoffmann und Mike Degmayr haben an der 19. European Conference on Innovation and Entrepreneurship in Paris, Frankreich, teilgenommen.

Antonia durfte ihren Vortrag „Action or Reaction? Entrepreneurial and Market Orientation for Implementing Circular Economy Practices in German SMEs“ und Mike sein Thema ““Whatever It Takes”: Socioemotional Wealth and Endowment Preservation in Failing Family Firms” vorstellen. Beide Forschungsarbeiten sind öffentlich verfügbar:

Hoffmann & Marticke (2024)
Degmayr (2024)

Aktuelles Oktober 2024 – Neue Publikation: Selbstverwaltung im Handwerk durch Betriebsinhaber und Arbeitnehmer: Herausforderungen und Perspektiven der internen Kooperation

Die Handwerksorganisation ist vor allem im Vergleich zu den Industrie- und Handelskammern durch die Einbindung auch der Arbeitnehmer in die Selbstverwaltung geprägt. Dies führt dazu, dass man in der Selbstverwaltung des Handwerks eine einzigartige Form der internen Kooperation zwischen Betriebsinhabern und Arbeitnehmern vorfindet.
In der Publikation untersucht Herr Schumacher, welche Kooperationselemente bei den Handwerkskammern, Innungen und Kreishandwerkerschaften bestehen und worin deren historischer Hintergrund liegt. Darauf aufbauend werden in der Untersuchung die Mitgliedschaftsverhältnisse, Organisationsstrukturen und Finanzierungsregelungen, die spezifischen Verfahrensgrundsätze, Maßstäbe und Zuständigkeiten bei Äußerungen sowie weitere einzelne Aufgaben der Selbstverwaltungskörperschaften unter diesem Gesichtspunkt analysiert und Herausforderungen und Perspektiven der internen Kooperation herausgearbeitet.

Aktuelles Oktober 2024 – Neue Mitarbeiterin am LFI

Am 1. Oktober begrüßte das LFI in München Alina Gries als neue wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Während ihres Studiums in Informatik am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und in Management an der Technischen Universität München konnte sie erste praktische Erfahrungen in Industrieunternehmen sowie als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität sammeln.

Falls Sie mit Frau Gries in Kontakt treten möchten, steht sie ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zu Ihrer Verfügung:

E-Mail: gries@lfi-muenchen.de

Aktuelles Oktober 2024 – Neue Mitarbeiterin am LFI

Am 1. September begrüßte das LFI in München Juliana Murl als neue wissenschaftliche Mitarbeiterin. Frau Murl folgt auf Herrn Moritz Schumacher, der nach Abschluss der Promotion sein Referendariat begonnen hat.
Juliana Murl studierte Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss dieses mit dem ersten Staatsexamen ab. Während des Studium belegte sie den Schwerpunkt „Öffentliches Wirtschafts- und Umweltrecht“ und arbeitete am Institut für Politik und Öffentliches Recht. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit wird im Bereich des Öffentlichen Wirtschaftsrechts, insbesondere des Handwerksrechts liegen.

Falls Sie mit Frau Murl in Kontakt treten möchten, steht sie ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zu Ihrer Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 80
E-Mail: murl@lfi-muenchen.de

Aktuelles September 2024 – LFI im Austausch mit den Beratungsstellenleitern der Kammern

Die diesjährige Fachtagung der Beratungsstellenleiter in Köln stand unter dem Motto „Zukunft der Beratung“. Dr. Andrea Greilinger stellte dabei die Ergebnisse eines Workshops vor, an dem rund 50 betriebswirtschaftliche Berater der bayerischen Kammern teilnahmen. Im Fokus standen die aktuellen Herausforderungen der Berater, notwendige Anpassungen für eine zukunftsorientierte Beratung sowie der Unterstützungsbedarf durch die Führungsebene. Im Anschluss präsentierte sie gemeinsam mit Andreas Keller von der HWK Niederbayern/Oberpfalz die Ergebnisse der neuen Vergütungsstudie.

Aktuelles September 2024 – Teilnahme am Ruhr Forum Handwerk 2024 „Circular Economy“ in Bottrop

Im Ruhrgebiet, wo das Handwerk lebt,
die Gesellschaft nach Kreislaufwirtschaft strebt.
Förderung und Wissen, das braucht es hier,
denn der Wandel steht schon vor der Tür.

Gesetze, Innovationen, Gemeinschaft vereint,
gestalten die Zukunft, die vor uns erscheint.
So wächst im Handwerk, mutig und klar,
die Kreislaufwirtschaft – wunderbar!
(Quelle: eigene Gedanken)

Das Ruhr Forum Handwerk 2024 in Bottrop zum Thema Kreislaufwirtschaft war eine tolle Vernetzung aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, bei dem Antonia Hoffmann ihre aktuelle Forschung im Bereich Circular Economy vorstellen durfte. Hier geht es…

Aktuelles September 2024 – Rechtsrisiken für Inhaber von Handwerksbetrieben

Handwerksbetriebe und deren Inhaber sind vielfältigen Rechtsrisiken ausgesetzt. Neben finanziellen Folgen können auch strafrechtliche Konsequenzen drohen. Diese Risiken waren Gegenstand einer Weiterbildungsveranstaltung für Betriebsberater des Handwerks in Erfurt.

Zu Unrecht abgerufene Corona-Hilfen oder falsche Angaben in Antragsverfahren können beispielsweise die Tatbestandsmerkmale des Subventionsbetrugs erfüllen. Dies war eine von vielen Botschaften des Strafrechtlers Prof. Dr. Christian Fröba. Er rät Betrieben im Falle von Durchsuchungen insbesondere dazu, den Mund zu halten.
Auch das Insolvenzrecht hält für Handwerksbetriebe vielfältige Stolpersteine bereit. Um die finanziellen Folgen für das Privatvermögen möglichst gering zu halten, empfiehlt der Insolvenzverwalter Alexander Kubusch, GmbH-Geschäftsführern im Falle einer Krisensituation sämtliche Zahlungen kritisch zu prüfen, um spätere Anfechtungen und Rückforderungen sowie Schadenersatz zu vermeiden.
Risikobehaftet ist ferner der Kauf und Verkauf von Unternehmen. Dabei laufen sowohl Käufer als auch Verkäufer Gefahr, großen finanziellen Schaden zu erleiden. Der Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Christian Richter gab in seinem Vortrag den Tipp, sich nicht auf gesetzliche Regelungen zu verlassen, sondern alle relevanten Risiken durch vertragliche Garantien auszuschließen.
Im Idealfall sollten Handwerksbetriebe Rechtsrisiken bereits im Vorfeld minimieren und Regelverstöße vermeiden. Dabei helfen Compliance Management Systeme. Wie diese gestaltet werden sollten, zeigte Prof. Dr. Thorsten Richter am letzten Seminartag auf.

Aktuelles September 2024 – „State of the Art“ der Entlohnung im ostbayerischen Handwerk

Im Auftrag der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz hat das Ludwig-Fröhler-Institut erforscht, welche Vergütungsmodelle, Vergütungshöhen und zusätzlichen monetären Anreize von Handwerksbetrieben zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden eingesetzt werden. Es zeigt sich, dass Meister und kaufmännische Angestellte am häufigsten auf fixer und Gesellen am häufigsten auf variabler Basis nach erbrachten Stunden entlohnt werden.

Die Vergütungshöhen des Handwerks liegen sowohl in der Ausbildung als auch bei Meistern (im Vergleich zu Arbeitnehmern mit Abschlüssen auf Stufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens) auf dem Niveau anderer Wirtschaftsbereiche. Neben dem reinen Entgelt bieten Handwerksbetriebe auf freiwilliger Basis viele monetäre Zusatzleistungen – mit Arbeitskleidung, Betriebsveranstaltungen, vermögenswirksamen Leistungen, Weihnachtsgeld, Mitarbeiterrabatten, Tankgutscheinen, einem Jobrad und vielem mehr steigern sie die Mitarbeiterzufriedenheit.

Aktuelles September 2024 – Fachkräftezuwanderung in das deutsche Handwerk:
Was wir aus Pilotprojekten lernen können

Innerhalb der letzten Monate haben wir spannende Gespräche mit Experten aus Pilotprojekten zur geregelten Fachkräfteeinwanderung geführt, um herauszufinden, was wir lernen können, um vermehrt Fachkräfte und Auszubildende aus Drittländern zu gewinnen, und so dem Fachkräftemangel im Handwerk entgegenzuwirken.
Dabei stellt sich heraus, dass der Schlüssel in der gezielter Anwerbung und Integration an Arbeitsplatz und in der Gesellschaft liegt, um den durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz erweiterten rechtlichen Rahmen optimal zu nutzen.

Handwerksbetriebe profitieren von der Unterstützung von Zuwanderungsprojekten, die den administrativen Aufwand und die Vermittlung aktuell insbesondere von Azubis aus Drittländern vereinfachen – vom Recruiting bis hin zur Integration in den Betrieb. Erfolgsfaktoren wie „Buddy-Systeme“, innovative Finanzierungskonzepte und eine enge Zusammenarbeit mit Behörden spielen dabei eine große Rolle.
In Zukunft muss der Austausch zwischen Projekten und Betrieben durch einen strukturierten Wissens- und Erfahrungsaustausch verstetigt werden, um die vielversprechenden bisherigen Erfolge weiter zu skalieren. Für einen nachhaltigen Einfluss auf die Fachkräftesituation müssen Prozesse, Anforderungen und Ansprechpartner glas klar sein, sodass in Zukunft die Rekrutierung einer ausländischen Fachkraft kaum aufwändiger als die Rekrutierung einer inländischen Fachkraft wird.

Aktuelles September 2024 – Unternehmensbewertung für KMU

Mit dem AWH-Standard hat das Handwerk ein Bewertungsverfahren etabliert, das die Besonderheiten von kleinen, inhabergeführten Handwerksbetrieben in herausragender Weise berücksichtigen kann. Das LFI hat die Planung und Durchführung von Schulungsangeboten zum Bewertungsstandard übernommen.

Das Akronym AWH steht für Arbeitsgemeinschaft Wertermittlung im Handwerk. Diese Gruppe hat ein ertragswertbasiertes Verfahren entwickelt und etabliert, das im deutschen Handwerk flächendeckend zum Einsatz kommt. Wichtige Basis für die Erfolgsprognose sind die Jahresabschlüsse der Vorjahre.
Bilanz und GuV unterliegen bestimmten gesetzlichen Vorgaben wie dem Realisations- oder dem Niederstwertprinzip. Zudem bieten sie Gestaltungsspielräume. Dies führt dazu, dass bestimmte Positionen des Jahresabschlusses für Zwecke der Unternehmensbewertung korrigiert werden müssen.
Diese Woche durfte ich ein Weiterbildungsseminar für betriebswirtschaftliche Berater des Handwerks leiten, bei dem genau diese Aspekte thematisiert wurden. Vielen Dank an die Referenten Diana Streubel und Markus Buchner, die den 30 Teilnehmer diese Thematik in hervorragender Weise nähergebracht haben.

Aktuelles August 2024 – Kammerleistungen der Zukunft

Das zunehmend von Krisen geprägte Marktumfeld in Deutschland stellt deutsche Handwerksunternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund ist es für die Handwerkskammern von zentraler Bedeutung, die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsbetriebe in schwierigen Zeiten durch gezielte und situationsangepasste Unterstützungsmaßnahmen zu stärken.
Im Zuge dessen führte das Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften in Kooperation mit den Handwerkskammern Heilbronn-Franken, Region Stuttgart und Reutlingen eine Befragung unter 719 Mitgliedsbetrieben durch, um die Unterstützungsbedarfe der Betriebe von Morgen zu ermitteln, die gewünschten Unterstützungsmethoden abzuleiten und mit den vorhandenen Angeboten zu spiegeln, um ein bestmögliches Unterstützungsangebot zu leisten.

Die wichtigsten künftigen Leistungen, die in der Befragung genannt wurden, umfassen:
Strategie, Marketing & Recht: Unterstützung bei der Umsetzung neuer gesetzlicher Regelungen sowie Begleitung in der Krisenbewältigung
Betriebsführung: Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln
Aus- & Weiterbildung / Qualifizierung: Informationen zu Förderangeboten und Weiterbildungsoptionen für Quereinsteiger
Fachkräftesicherung: Unterstützung bei der Optimierung von Vergütungsmodellen, der Schaffung eines flexiblen, familienfreundlichen Arbeitsklimas, sowie Angebot einer Fachkräftebörse
Auslandsgeschäft: Unterstützung bei der Nutzung von Kooperationsplattformen und Fördermöglichkeiten sowie Bereitstellung von Checklisten und Außenwirtschaftslandkarten für den Schritt ins Ausland
Das übergreifend zu adressierende Kernthema bleibt dabei jedoch die Verbesserung der Bekanntheit und Nutzung von Kammerleistungen. ~36 % der Mitgliedsbetriebe haben in den letzten 5 Jahren keine Kammerleistungen in Anspruch genommen.

Aktuelles Juli 2024 – Operation Bildungsvielfalt

Auf der Regionaltagung von SCHULEWIRTSCHAFT Bayern in Regensburg konnte Dr. Andrea Greilinger als Referentin mit vielen Vertretern aus der Wirtschaft, der Politik oder von Schulen über die Wege, die berufliche Bildung zu stärken, diskutieren. Unter anderem ging es darum, wie Berufsorientierung so umgesetzt werden kann, dass sie Schüler:innen anspricht und wie sich ein Wandel in der Gesellschaft vollziehen könnte, so dass nicht nur Arbeit am PC und viele Calls mit einem wertschätzenden Job und persönlichem Ansehen in Verbindung gebracht werden.

Aktuelles Juli 2024 – Nachwuchssicherung für das SHK-Handwerk

Welche grundlegenden Weichen müssen gestellt werden, um mehr Schulabgänger:innen fürs Handwerk zu interessieren? Auf dem SHK-Kongress des Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bayern in Passau berichtete Dr. Andrea Greilinger über Erkenntnisse aus ihrer Studie, die dieses Thema beleuchten. Für ein Heben des Ansehens des Handwerks in der Gesellschaft müssen alle Bildungsschichten erreicht werden, v. a. aber Abiturienten sowie deren (Akademiker-)Eltern. Die Studie zeigte nämlich, dass Gymnasiasten im Vergleich zu Mittel- und Realschülern deutlich schlechter über den beruflichen Bildungsweg informiert sind und dadurch die Potentiale und Möglichkeiten vermutlich unterschätzen.

Aktuelles Juli 2024 – Ressourceneffizienz durch optimierte Ressourcennutzung

In einem Beitrag des handwerk magazins wurde unsere Mitarbeiterin Antonia Hoffmann zu wichtigen Aspekten der Circular Economy interviewt: Sharing & Secondhand.
Es ist immer schön zu sehen, dass die wissenschaftlichen Studien einen Mehrwert für die Praxis stiften. Antonias zitierte Studie zur Implementierung von Circular Economy Aktivitäten im Handwerk kann hier gelesen werden:

Jobs – Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d)  gesucht

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt sucht das Ludwig-Fröhler-Institut einen wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w/d). Mit der Teilzeitstelle verbunden ist die Möglichkeit zur Promotion.

Aktuelles Juni 2024 – LFI im internationalen Forschungsdiskurs

Unsere Mitarbeiterin Antonia Hoffmann durfte auf der Innovation and Product Development Management Conference (#IPDMC2024) in Dublin (Ireland) ihre Forschungsergebnisse zum Thema „Circular Economy in kleinen und mittleren Unternehmen“ vorstellen und herausarbeiten, welche Rolle dabei die Innovationsfähigkeit und der Wettbewerbsvorteil spielen. Auch international nimmt das Interesse an Forschung im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen stetig zu.

Aktuelles Juni 2024 – Entwicklungsmöglichkeiten stehen hoch im Kurs

Welche grundlegenden Weichen müssen gestellt werden, um mehr Schulabgänger:innen fürs Handwerk zu interessieren? Dieses Thema wird heiß diskutiert, doch ein durchschlagender Lösungsansatz ist noch nicht in Sicht. Im aktuellen Interview mit der BO[plus] berichtet Andrea Greilinger über Erkenntnisse aus ihrer Studie. Ihre Analysen zeigen, dass Handwerksbetriebe mit höherer Vergütung nach Abschluss der Ausbildung punkten können. Auch Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten stehen aus Sicht der befragten Schüler:innen hoch im Kurs. Indem Betriebe respektieren, dass junge Leute neben der Arbeit ein starkes Freizeitbedürfnis haben und sich dieses beispielsweise mit geregelten Arbeitszeiten unbedingt sichern möchten, schießen sie sich im Attraktivitätsranking ebenfalls nach oben.

Aktuelles Juni 2024 – Die Zukunft des Handwerks ist (auch) weiblich

Die Aktivierung von Frauen wird mit Blick auf die Fachkräfteversorgung ein zunehmend wichtiger Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsbereich Handwerk.
Während die Erwerbsbeteiligung von Frauen in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland deutlich gestiegen ist, verharrt der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Handwerk auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Über Möglichkeiten und Wege, zukünftig mehr Frauen für das Handwerk zu gewinnen, diskutierte Markus Glasl bei einer Podiumsrunde im Rahmen des Bundesnetzwerkreffens für Frauen im Handwerk mit Heidi Kluth, Christina Völkers, Kristina Eylmann und Holger Schwannecke.

Eine aktuelle Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts zur Beschäftigung von Frauen im Handwerk (Link) hat gezeigt, dass der Anteil weiblicher Beschäftigter in den befragten Betrieben  seit der letzten Erhebung im Jahr 2003 nur leicht von 30 auf aktuell 35 Prozent gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil weiblicher Auszubildender unverändert bei 17 Prozent geblieben. Die statistischen Zahlen des ZDH zeigen lediglich eine Verschiebung zwischen den Berufen. So hat sich beispielsweise der Frauenanteil unter den Auszubildenden in den männerdominierten Berufen des Bau- und Ausbauhandwerks mehr als verdoppelt. Trotzdem liegt er aktuell bei nur rund 10 Prozent.

Ausschlaggebend für den geringen Frauenanteil sind gesellschaftliche Stereotype und tradierte Rollenbilder. Dadurch entscheiden sich Frauen selten für typische Männerberufe. Tun sie es dennoch, sind sie regelmäßig mit Vorurteilen auch und gerade seitens der Kunden konfrontiert und verlassen das Handwerk wieder. Diese Sozialisation gilt es aufzubrechen und dabei kommt den Medien und dem Bildungssystem eine entscheidende Rolle zu.

Um langfristig mehr Frauen in Handwerksberufe zu bringen, müssen die Maßnahmen zur Berufsorientierung an den Schulen angepasst werden. So sollte dem Werkunterricht wieder breiterer Raum eingeräumt werden und das Handwerk als Berufsoption auch an den Gymnasien Beachtung finden. Der Tag des Handwerks an allen weiterführenden Schulen in Bayern ist hierfür ein gutes Beispiel. Gleichzeitig muss aber auch das Handwerk Angebote schaffen, bei denen Schülerinnen und Schüler Handwerkstätigkeiten hautnah erleben und selbst ausprobieren können. Denn dies sind für die jungen Menschen die wichtigsten Kriterien bei der Beurteilung solcher Maßnahmen, wie eine weitere Studie des LFI gezeigt hat (Link).

Auch in Geschäftsführung sind Frauen derzeit noch unterrepräsentiert. Hier hat sich ihr Anteil jedoch um 16 auf 35 Prozent erhöht. Damit Frauen noch häufiger den Weg in die Selbständigkeit gehen, braucht es nicht nur mehr sichtbare Vorbilder, sondern vor allem bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Beim Mutterschutz und dem Elterngeld für Selbständige sind beispielsweise dringend Anpassungen erforderlich.

Die Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit darf sich aber nicht nur auf die Ebene der Betriebe beziehen. Auch in den Organen und Gremien der Handwerksorganisation muss mehr Diversität angestrebt werden. Damit wird auch das Bild das Handwerks in der Öffentlichkeit weiblicher, was zum Abbau gesellschaftlicher Stereotype beitragen kann. Um diesen Veränderungsprozess zu unterstützen, analysiert das LFI in einem aktuellen Projekt die rechtlichen Rahmenbedingungen und prüft Erweiterungsmöglichkeiten (Link).

Aktuelles Mai 2024 – Personal – Das neue Gold

Auch die Gesundheitshandwerke leiden unter dem Fachkräfteengpass und wollen sich entsprechend für die Zukunft rüsten. Im Rahmen der Messe „Zahntechnik Plus 2024“ in Leipzig gab es deshalb eine Themenwelt, die sich mit Fragen rund um die Mitarbeitergewinnung, -bindung und -entwicklung beschäftigte. Dr. Andrea Greilinger leistete einen Beitrag, indem Sie über das Thema „Personal gewinnen“ aus Sicht der Wissenschaft referierte. Dabei stellte Sie heraus, dass Azubis, Gesellen sowie langjährige Fachkräfte dieselben Aspekte an Arbeitgebern und Arbeitsplätzen wertschätzen: Ein tolles Team, gute Bezahlung, Entwicklungsmöglichkeiten sowie genügend Freizeit neben der Arbeit.

Aktuelles April 2024 – Die Handwerksorganisation unternimmt die richtigen Schritte zur Nachwuchssicherung!

Andrea Greilinger hatte im Rahmen von zwei Veranstaltungen des ZDH die Möglichkeit, die Ergebnisse der Befragung von Mittel-, Realschülern sowie Gymnasiasten zu präsentieren. Neben einem Vortrag im Rahmen der Online-Seminarreihe „Innovative Wege zur Fachkräftesicherung im Handwerk“ des ZDH konnten die Erkenntnisse auch in Präsenz im Rahmen des „Berufsbildungsausschusses“ in Berlin diskutiert werden. Die Studie untermauert – so der Konsens in beiden Veranstaltungen – dass die Handwerksorganisation bereits die richtigen Schritte zur Sicherung und des Ausbaus der beruflichen Bildung unternimmt. Neben der Stärkung des Praktikums als Königsweg der Azubigewinnung müssen v.a. gesellschaftliche Vorbehalte, die der beruflichen Bildung überwiegend durch Gymnasiasten (als zukünftige Akademiker) zugeschrieben werden, abgebaut werden.


Aktuelles April 2024 – Zukunft der Beratung: Wir gestalten unser morgen!

Unter diesem Titel lief auf der Landestagung der bayerischen Betriebsberater:innen ein Workshop, den Dr. Andrea Greilinger und Antonia Hoffmann konzipierten und vor Ort in Bamberg umsetzten. Mit der Analyse des Status Quo der Beratung in den bayerischen Handwerkskammern sowie der Stakeholderanalyse wurde eine gemeinsame Basis geschaffen. Darauf aufbauend war Ziel des dritten Workshopteils, einerseits die notwendigen Veränderungen (z. B. mit Blick auf die Beratungsthemen, KI etc.) und andererseits die Bewältigungsstrategien und Unterstützungswünsche der Berater:innen herauszuarbeiten.

Aktuelles April 2024 – Neue Veröffentlichung: Patrick Kosney – Ehrenamt im Handwerk.

Ehrenamtliches Engagement spielt in der Handwerksorganisation eine wesentliche Rolle. Die nun erschienene Veröffentlichung widmet sich einer Vielzahl an Fragen rund um die Rechte und Pflichten ehrenamtlich Tätiger. Sie bezieht dabei Erkenntnisse aus dem Verfassungs-, Verwaltungsverfahrens- und Kommunalrecht mit ein.

Das Buch von Herrn Patrick Kosney ist sowohl in gedruckter Form als auch digital erhältlich.

Aktuelles März 2024 – Welche Bilder haben potenzielle Azubis im Kopf, wenn sie an das SHK-Handwerk denken?

Unter diesem Titel referierte Dr. Andrea Greilinger auf dem 3. Impulstag für SHK-Handwerksbetriebe bei der SHK-Innung München. Abgeleitet aus einer aktuellen Studie kam sie zu dem Ergebnis, dass Schüler das Handwerk mit zwei sehr konträren Bildern verknüpfen: Einerseits handelt es sich ihrer Meinung nach um Unternehmen „mit Herz“ was das Betriebsklima angeht. Sie gehen also davon aus, in einem Handwerksbetrieb ein stimmiges Team an freundlichen Kollegen vorzufinden und auch mit der Chefin / dem Chef eine gute Verbindung aufbauen zu können. Andererseits hat sich bei ihnen mit Bezug auf die Arbeit selbst das Bild einer schmutzigen, stark körperlichen und überwiegend im Freien zu verrichtenden Tätigkeit manifestiert. Zudem vermuten sie, dass eine Beschäftigung im Handwerk ihr Freizeitbedürfnis stärker einschränken könnte als bei einer Beschäftigung in anderen Wirtschaftsbereichen. Dieses veraltete Bild muss dringend durch medienwirksame Kommunikation und Berufsorientierungsmaßnahmen, wie dem Praktikum, aufgebrochen werden!

Aktuelles März 2024 – Neue Publikation: Fremdgeschäftsführung in der Handwerksorganisation, GewArch 2024, S. 95 ff.

Die Fremdgeschäftsführung der Handwerksorganisationen ist in der HwO nur rudimentär geregelt. Gesetzlich vorgesehen ist nur der Fall, dass die Kreishandwerkerschaft auf Ansuchen der ihr angehörenden Innung die Geschäfte führt (§ 87 Nr. 5 HwO). Infolge gewandelter Verhältnisse, insbesondere des sinkenden Organisationsgrades der Innungen, der komplexer werdenden Aufgaben sowie der weiteren Existenz privatrechtlicher Vereinigungen neben den gesetzlich vorgesehenen Handwerksorganisationen, hat sich auch der Bedarf an der Geschäftsführung durch Dritte gesteigert. Infolge von gebündelter Aufgabenwahrnehmung können Synergieeffekte erzielt und damit Kosten gesenkt und Kenntnisse gestärkt werden. In der Praxis haben sich deshalb bereits weitere Konstellationen der Fremdgeschäftsführung gebildet, deren Rechtmäßigkeit bisher weitestgehend ungeklärt war.

Aktuelles März 2024 – Staatsempfang anlässlich der 74. Internationalen Handwerksmesse in München

Das LFI hatte kürzlich die Ehre, zum Staatsempfang anlässlich der 74. Internationalen Handwerksmesse in die Münchner Residenz eingeladen zu werden, – ein wahrhaft herausragendes Ereignis. Diese Einladung, ausgesprochen vom Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Tobias Gotthard, zeugte nicht nur von einer Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit, sondern unterstreicht auch die wichtige Verbindung zwischen Forschung und Handwerk. Man erörterte unter Anderem die zuvor präsentierten Forschungsbeiträge und tauschte sich angeregt mit anderen Forschern und politischen Entscheidungsträgern aus. Diese Gelegenheit, unsere Erkenntnisse zu teilen und über zukünftige Zusammenarbeit zu diskutieren, hat uns zusätzlich motiviert, weiterhin die Forschung für das Handwerk voranzutreiben.

Bildrechte: StMWi

Aktuelles März 2024 – DHI-Forum „Handwerk & Nachhaltigkeit“

Auf dem diesjährigen DHI-Forum „Handwerk & Nachhaltigkeit“ war das LFI mit zwei interessanten Forschungsbeiträgen vertreten:
Antonia Hoffmann präsentierte die Erkenntnisse zum Wissen und zur Wahrnehmung von Circular Economy im Handwerk. Durch ihre Forschung konnte sie herausfinden, dass vielen Betrieben die theoretischen Konzepte zur Circular Economy nicht bekannt sind, obwohl sie bereits viele zirkuläre Strategien implementieren.
Moritz Schumacher befasste sich mit den Nachweispflichten im Rahmen der Nachhaltigkeitsbürokratie. Der Schwerpunkt lag hierbei auf der verfassungsrechtlichen Einordnung derartiger Eingriffe in die Berufsfreiheit. Es konnte gezeigt werden, dass es geboten ist, für Handwerksbetriebe auf besonders formalisierte Nachweispflichten zu verzichten.


Aktuelles Februar 2024 – Praktikum als Mittel der Wahl

Unter diesem Titel hat nun auch die Deutsche Handwerks Zeitung (Jhg. 76, Ausgabe 4 vom 16.02.2024) vom Vortrag von Dr. Andrea Greilinger bei der bayerisch-tschechischen Arbeitsgruppe in Deggendorf berichtet. Dabei stellt der Artikel vor allem zwei Aussagen einer aktuellen Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts in den Mittelpunkt: Das Praktikum, das zu den beliebtesten Berufsorientierungsmaßnahmen von Mittel-, Realschülern und Gymnasiasten zählt, bietet viel Raum für „zusehen und selbst machen“ – genau so wollen junge Menschen über berufliche Möglichkeiten informiert werden. Diese Informationen sind dringend notwendig, um die von Klischees geprägte Wahrnehmung vieler Jugendlicher über das Handwerk positiv zu verändern.

Aktuelles Februar 2024 – Engpassberuf Dachdecker – Wie gewinne und binde ich Mitarbeitende?

Mit 30 Chefinnen und Chefs aus dem Dachdeckerhandwerk konnte Dr. Andrea Greilinger im Rahmen einer Seminarveranstaltung in Reutlingen erarbeiten, welche Stärken dieser Gewerbezweig beim Thema Fachkräftesicherung spielen kann, um auch in Zukunft genügen Nachwuchs zu generieren und diesen langfristig in den Betrieben zu halten. Unter anderem wurden die tägliche Sichtbarkeit der Arbeitsergebnisse sowie die starke Zusammenarbeit und Verbundenheit im Team als große Pluspunkte dieses Gewerbezweigs herausgestellt, welche Jugendliche gemäß aktueller Forschungserkenntnisse oftmals stark ansprechen. Jetzt müssen dies Stärken nur noch kommuniziert werden, z. B. im Rahmen von Berufsorientierungsmaßnahmen!

Aktuelles Februar 2024 – Länderübergreifender Austausch zur Nachwuchsgewinnung

Schüler für handwerkliche Berufe begeistern – und damit für ausreichend Nachwuchs sorgen – ist nicht nur in Deutschland ein aktuelles Thema, sondern beschäftigt auch unsere Nachbarländer. Um sich gegenseitig zu bereichern und voneinander zu lernen, gibt es seit kurzem eine Bayerisch-Tschechische Arbeitsgruppe zur Berufsorientierung im Handwerk, bestehend aus Vertretern des Schul- und Bildungswesens, des Handwerks und der Wirtschaft. Dr. Andrea Greilinger wurde eingeladen, um dieser Arbeitsgruppe die neuesten Erkenntnisse einer Umfrage zu präsentieren, bei der 2.000 Schülerinnen und Schüler das Handwerk als Karriereweg bewertet haben. Mit Blick auf die Ansprache von Schülern wurde aufgezeigt, dass sich Jugendliche v. a. Berufsorientierungsmaßnahmen wünschen, die folgenden Dreiklang bieten: Bei berufstypischen Tätigkeiten zusehen, diese selbst ausprobieren dürfen sowie schriftliche Informationen am Ende der Veranstaltung erhalten.

Aktuelles Februar 2024 – Neuer Mitarbeiter am LFI

Am 01. Februar begrüßte das LFI in München Maximilian Schatz als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Herr Schatz folgt auf Herrn Carl-Philipp Beichert, der nach Abschluss der Promotion neue berufliche Wege einschlagen wird.
Nach seinem Maschinenbau-Studium an der Technischen Universität München war Herr Schatz die letzten zwei Jahre in der Unternehmensberatung tätig.

Falls Sie mit Hr. Schatz in Kontakt treten möchten, steht er ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zu Ihrer Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 88
E-Mail: schatz@lfi-muenchen.de

Aktuelles Januar 2024 – Erfolgreiche Dissertationsverteidigung des ehemaligen Mitarbeiters Benedikt Tratt

„Es ist ein Moment des Stolzes und der Freude, bekannt zu geben, dass Benedikt Tratt seine Dissertation über Small Business Finance an der TUM School of Management triumphal verteidigt hat. Seine bahnbrechenden Erkenntnisse über Working Capital Management, Crowdfunding und Small Business Lending haben nicht nur einen hohen akademischen Standard gesetzt, sondern auch neue Wege für Praktiker in diesem Bereich aufgezeigt.
Die Tiefe der von Benedikt präsentierten Forschung und Analyse war wirklich bemerkenswert. Seine Fähigkeit, komplexe Finanzkonzepte mit realen Anwendungen zu verknüpfen, ist geradezu brillant. Die Implikationen seiner Erkenntnisse sind weitreichend und bieten wertvolle Anleitungen und innovative Strategien für kleine Unternehmen, die mit finanziellen Herausforderungen zu kämpfen haben. […] Feiern wir diese bemerkenswerte Leistung und freuen wir uns auf die positiven Veränderungen, die seine Arbeit für die Gemeinschaft der Kleinunternehmen mit sich bringen wird.“

Prof. Dr. Gunther Friedl,
Leiter des Ludwig-Fröhler-Instituts

Aktuelles Januar 2024 – Digital-Akzelerator: Konzept eines KI-Tools für die Betriebsberatung

Im Rahmen dieses Projektes wurde das Konzept für ein KI-gestütztes Tool, der „DigitalAkzelerator“ entwickelt, das Beratende und Betriebe bei der Auswahl geeigneter Digitalisierungsmaßnahmen unterstützt. Das hierfür erarbeitete Konzept basiert auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und wurde anschließend qualitativ und quantitativ validiert. GPTs haben das Potenzial, wesentliche Beratungsaufgaben zu übernehmen und Beratende zu entlasten, so dass diese sich auf die empathische Unterstützung der Betriebe bei der Gestaltung von Geschäftsmodellen konzentrieren können. Wir empfehlen, die Zusammenarbeit verschiedener Handwerksorganisationen zur Erstellung von GPTs für verschiedene Anwendungsbereiche anzustreben.

Aktuelles Januar 2024 – Handwerksbetriebe und Start-ups gegen den Klimawandel!

Im Rahmen der monatlichen Veranstaltungsreihe „Climate Café“ des TUM Think Thanks und der Initiative der WEF Global Shapers Munich gab Carl-Philipp Beichert spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Handwerk und deren Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Dabei wurden nicht nur die zentralen Herausforderungen des Handwerks aufgezeigt, sondern auch, wie Start-ups zu deren Lösung beitragen. Der Vortrag endete mit einem Aufruf, im Handwerk aktiv zu werden, als Unternehmer oder zum Beispiel über die neu gegründete Innovationsplattform #MakeInnovationHandwerk.

Aktuelles Januar 2024 – Handwerkskammern als Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit

Der Gesetzgeber hat die Entwicklungszusammenarbeit als eigene Aufgabe der Handwerkskammern in § 91 Abs. 2b HwO verankert. Der jetzt veröffentlichte Beitrag im Jahrbuch des Kammer- und Berufsrechts stellt die Projekte der Handwerkskammern vor und untersucht die Möglichkeiten einer sinnvollen und rechtssicheren Beteiligung der Kammern an der Entwicklungszusammenarbeit. Dabei werden insbesondere die Interessen der Mitglieder berücksichtigt. Darüber hinaus wird ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen der Kammerarbeit im internationalen Bereich gegeben.
Eine ausführliche Behandlung des Themas findet sich in der folgenden Publikation des LFI.

Aktuelles Januar 2024 – Vortrag auf der internationalen Konferenz GEOINNO2024

Carl-Philipp Beichert präsentierte auf der international renommierten Konferenz GEOINNO aktuelle Ergebnisse des neuen Projekts zu Open Innovation im Handwerk. Dabei geht Herr Beichert der Frage nach, wie regionale Innovationslabore erfolgreich aufgebaut und geführt werden können. Hierzu untersucht er mit Hilfe eines quantitativen Ansatzes die unterschiedlichen Ausgestaltungen der Innovation Labs aus einer Business Model Perspektive.
Das vorgestellte Paper erhielt eine Nominierung für den Best Paper Award der Konferenz.

Aktuelles Januar 2024 – Recht auf Reparatur – Vertragliche Umsetzung und Herausforderungen für das Handwerk

Im Auftrag des LFI hat Prof. Dr. Stefan Arnold, Direktor des Instituts für Internationales Wirtschaftsrecht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, ein Gutachten zum Thema „Recht auf Reparatur – Vertragliche Umsetzung und Herausforderungen für das Handwerk“ erstellt. Das Gutachten ist im Januar 2024 im Nomos-Verlag – auch als Open Access-Version – erscheinen. Nachfolgend finden Sie den Link zum Gutachten.