Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften

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Aktuelles

Aktuelles April 2026 – Neuer Mitarbeiter am LFI

Anfang April begrüßte das Ludwig-Fröhler-Institut in München Max Reichenberger als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Hr. Reichenberger absolvierte einen Master in Betriebswirtschaftslehre sowie eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Währenddessen sammelte er Praxiserfahrung in verschiedenen Unternehmensberatungen und im Projektmanagement einer Bank.

Falls Sie mit Herrn Reichenberger in Kontakt treten möchten, steht er Ihnen ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 88
E-Mail: Reichenberger@lfi-muenchen.de
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/max-reichenberger-366b00195/

Aktuelles März 2026 – Vergütungsumfrage 2025 NRW: Qualifizierung im Handwerk zahlt sich aus

Eine aktuelle Vergütungsstudie des Ludwig-Fröhler-Instituts im Auftrag der Handwerkskammern NRW belegt, dass sich Qualifizierung im Handwerk finanziell lohnt. Der Meistertitel bringt im Schnitt 1.500 € mehr als der Gesellenabschluss und macht die Vergütung mit durchschnittlich 4.500 € (Spitzen bis 8.000 €) konkurrenzfähig zu Bachelorabsolventen. Für die Fachkräftesicherung ist neben der Vergütung vor allem ein gutes Betriebsklima entscheidend. Zudem wird Leistung standortunabhängig honoriert, während die 4-Tage-Woche noch eine Ausnahme bleibt.

Aktuelles Februar 2026 – Nachhaltigkeit im Handwerk – Ergebnisse aus dem Nachhaltigkeitscheck 360°

Wir haben im Projekt „Nachhaltigkeit im Handwerk – empirische Befunde aus dem Nachhaltigkeitscheck 360°“ Beratungsdaten aus 95 Nachhaltigkeitschecks der Handwerkskammern aus dem Zeitraum 2022–2025 ausgewertet. Die Ergebnisse liefern erste empirische Hinweise zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Handwerksbetrieben und zeigen Unterschiede nach Betriebsgröße sowie thematische Schwerpunkte und Entwicklungsbedarfe auf.

Aktuelles Januar 2026 – Der Reparaturbonus aus Sicht des Handwerks

Eine neue qualitative Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts untersucht, wie der Reparaturbonus von Handwerksbetrieben wahrgenommen wird. Die Ergebnisse zeigen, dass der Bonus Reparaturen für Kundinnen und Kunden erleichtert, seine Wirkung für Betriebe jedoch stark von der Planbarkeit und Kontinuität der Förderung abhängt. Zudem wird deutlich, dass strukturelle Herausforderungen des Reparaturmarktes durch den Bonus allein nicht gelöst werden.

Aktuelles Januar 2026 – Neuer Mitarbeiter am LFI

Anfang Januar begrüßte das Ludwig-Fröhler-Institut in München Tim Greiner als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Nach seinem Studium des strategischen Unternehmertums an der Jönköping Universität in Schweden war Herr Greiner zuletzt in der Unternehmensberatung tätig.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird künftig im Bereich der Unternehmensnachfolge liegen.

Falls Sie mit Herrn Greiner in Kontakt treten möchten, steht er Ihnen ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 87
E-Mail: greiner@lfi-muenchen.de
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/tim-greiner/

Aktuelles Dezember 2025 – Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in der Verfassung

Im Rahmen eines Projekts am LFI untersuchte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Juliana Murl die Möglichkeiten eines Staatsziels zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Zunächst wurde die aktuelle Rechtslage analysiert und die bestehenden Regelungen daraufhin geprüft, ob Aussagen zur Gleichwertigkeit der beiden Bildungswege enthalten sind. Anschließend erfolgt ein rechtlicher Vergleich mit den Regelungen in Österreich und der Schweiz, bevor eine mögliche Verankerung dieses Staatsziels im Grundgesetz oder in den Landesverfassungen diskutiert wird. Hinsichtlich der rechtlichen Folgen eines solchen Staatsziels zeigen sich jedoch vor allem die Einzelregelungen als maßgeblich. Das Staatsziel selbst würde vielmehr Erwartungen wecken, die es selbst letztlich nicht erfüllen könnte. Dessen ungeachtet wäre bei entsprechendem politischen Willen eine Staatszielbestimmung „Gleichwertigkeit“ möglich.

Aktuelles Dezember 2025 – Emotionales Kapital als Faktor für den Betriebswert

Die Studie zeigt, dass emotionale Faktoren wie persönliche Beziehungen und die Identifikation mit einem Betrieb den Preis bei Betriebsnachfolgen stark beeinflussen. Während familiäre oder freundschaftliche Nähe zu niedrigeren Kaufpreisen führt, steigert eine enge Bindung an das Unternehmen – etwa durch frühere Mitarbeit – die Zahlungsbereitschaft. Für Inhaber kleiner Handwerksbetriebe bedeutet das: Emotionale Aspekte sollten bei der Nachfolgeplanung frühzeitig berücksichtigt werden.

Aktuelles Dezember 2025 – Die Relevanz der Losvergabe für das Handwerk

In der Novemberausgabe der Deutschen Handwerkszeitung (77. Jahrgang, Nr. 22) spricht Prof. Dr. Martin Burgi in einem Interview über die aktuellen Vorschläge, den Losgrundsatz im Vergabeverfahren aufzuweichen. Angesichts der Bedeutung der Losvergabe – insbesondere für die Wettbewerbschancen von KMU – und vor dem Hintergrund bevorstehender europäischer Änderungen ist hier jedoch Vorsicht geboten.

Aktuelles Dezember 2025 – Wenn Private Equity Handwerksbetriebe übernimmt

Immer häufiger fehlen Nachfolger im Handwerk. Genau dann kann der Verkauf des Betriebs an
Private Equity eine Option darstellen – das belegt die aktuelle Studie von Felix Bachner. Im handwerk magazin 11/25 (S. 68-71) informiert er, dass gerade größere, wirtschaftlich stabile Unternehmen dafür infrage kommen, aber auch kleinere Betriebe sukzessive ins Suchfeld von Private-Equity-Investoren gelangen.

Aktuelles November 2025 – Enthaltungen bei der Wahl des Präsidenten der Handwerkskammer

Im Rahmen eines Projekts am LFI untersuchte die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Juliana Murl den Regelungsrahmen in Bezug auf die Vorstandswahl der Handwerkskammern. Hierbei wurde zunächst die Vorschrift des § 108 HwO – auch anhand eines Vergleichs zu anderen Abstimmungsvorgaben – auf eine Aussage zum Umgang mit Enthaltungen bei den Handwerkskammern hin untersucht. Sodann wurde die Möglichkeit einer abweichenden Satzungsregelung durch die jeweilige Kammer geprüft. Hierbei werden die Autonomie der Kammern, aber auch die Vorgaben des Demokratieprinzips für die funktionale Selbstverwaltung relevant.

Aktuelles November 2025 – Nachhaltigkeit als wertsteigernder Faktor im Handwerk

Die Studie zeigt, dass Nachhaltigkeitsinitiativen derzeit nur einen begrenzten und uneinheitlichen Einfluss auf die Bewertung handwerklicher Betriebe nach dem AWH-Standard haben. Über 39 abgefragte Praktiken hinweg wurde der durchschnittliche Wertbeitrag als niedrig bis moderat eingeschätzt, ebenso die Wahrscheinlichkeit ihrer Berücksichtigung. Unterschiede zwischen ökologischen, sozialen und Governance-Maßnahmen sind gering, wobei soziale Praktiken am seltensten in Bewertungen einfließen. Die Einschätzungen der Gutachter variieren stark, was auf fehlende Bewertungsstandards hindeutet. Rund 20 % der Befragten berichten von klar positiven Effekten nachhaltiger Maßnahmen.

Zwei Cluster gelten als werthaltig: erstens Kostensenkungsmaßnahmen mit messbaren Einsparungen, insbesondere Energieeffizienz und Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien; zweitens personalbezogene Maßnahmen, die Fachkräftegewinnung und -bindung fördern, deren monetärer Nutzen aber schwer quantifizierbar ist. Erstere wirken primär über den Ertrag, letztere über Risikoreduktion. Selbst hochbewertete Praktiken werden nur in etwa der Hälfte der Fälle berücksichtigt. Die Berücksichtigung hängt oft vom Umsetzungsstand ab – viele Bewerter verlangen nachweisbare Ergebnisse. Hauptprobleme sind fehlende Standardisierung, mangelnde Quantifizierbarkeit einzelner ESG-Beiträge und uneinheitliche Definitionen. Einige Bewerter bilden Nachhaltigkeit aktuell über Risikoabschläge ab, andere befürchten negative Nebenwirkungen wie höhere Steuerlasten oder erschwerte Nachfolgefinanzierung. Insgesamt besteht breiter Konsens, dass verbindliche Leitlinien nötig sind, um ESG-Aspekte konsistent in Unternehmensbewertungen zu integrieren.

Aktuelles November 2025 – Neue Praxishilfe: Digitales Recruiting im Handwerk einfach erklärt

Das LFI hat den Leitfaden „Erfolgsfaktor Personal: Digitale Recruiting-Strategien für das Handwerk“ veröffentlicht. Er zeigt praxisnah, wie Handwerksbetriebe digitale Tools und Kanäle – von Social Media bis KI-gestützten Verfahren – gezielt für die Fachkräftegewinnung nutzen können. Mit Best-Practice-Beispielen, Bewertungsmatrix und Tipps zu effizienten Bewerbungsprozessen bietet der Leitfaden kompakte Unterstützung, um dem Fachkräftemangel im Handwerk aktiv zu begegnen.

LFI bei der Herbsttagung der STUDIENGESELLSCHAFT FÜR MITTELSTANDSFRAGEN e. V. in München vertreten

Dr. Andrea Greilinger repräsentiert das Ludwig-Fröhler-Institut als Mitglied des Expertenpanels bei der Veranstaltung „Erfolgreiche Transformation des Mittelstands in Bayern“ am 22. November 2025 in München. Themen wie Nachhaltigkeit, Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz stehen im Mittelpunkt der Tagung.
Wir freuen uns, dass wir mit ihrer Expertise zu aktuellen Herausforderungen im Mittelstand beitragen und den Blick des Handwerks sichtbar machen können. Das LFI bleibt damit ein aktiver Partner im Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Aktuelles Oktober 2025 – Neuer Mitarbeiter am LFI

Am 1. Oktober begrüßte das Ludwig-Fröhler-Institut in München Joshija Kelzenberg als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Herr Kelzenberg studierte Kommunikationsmanagement an der Universität Hohenheim und sammelte im Anschluss an sein Studium praktische Erfahrungen in einer mittelständischen Unternehmensberatung sowie in einem Softwareunternehmen.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird künftig im Bereich Nachhaltigkeit mit einem Fokus auf Circular-Economy-Ansätze im Handwerk liegen.

Falls Sie mit Herrn Kelzenberg in Kontakt treten möchten, steht er Ihnen ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 85
E-Mail: kelzenberg@lfi-muenchen.de

Aktuelles Oktober 2025 – Karriereentwicklung in Klimagewerken

Das Projekt beleuchtet, wie sich Karrierewege und Weiterbildung in den Klimagewerken – also etwa in der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Elektrotechnik – zukunftsfähig gestalten lassen. Diese Branchen sind zentrale Treiber der Energiewende, stehen aber zugleich unter Druck: Fachkräfte fehlen, Anforderungen steigen, Technologien entwickeln sich rasant weiter.
Die Studie zeigt, dass klassische Karrierepfade – vom Gesellen über den Meister bis hin zum Techniker – den heutigen Anforderungen des lebenslangen Lernens kaum noch gerecht werden. Aufbauend auf Experteninterviews und einer breiten Analyse entwickelt das Projekt daher ein modernes Karrieremodell für das Handwerk am Beispiel des SHK Gewerbes: mit flexiblen Stufen, neuen Expertenpfaden und modularen Weiterbildungsangeboten. Auch die Rolle des Meisters wird neu gedacht – entlastet durch Automatisierung und mit mehr Raum für fachliche Schwerpunkte.
Das Ergebnis: Ein praxisnahes Konzept, das zeigt, wie Betriebe attraktive Entwicklungsperspektiven schaffen, Fachkräfte langfristig binden und die Klimagewerke fit für die Zukunft der Klimawende machen können.

Aktuelles Oktober 2025 – New Work ist längst im Handwerk angekommen

Im Rahmen einer Veranstaltung der Offensive Mittelstand – Region Hannover durfte Dr. Andrea Greilinger über Ihre Forschungserkenntnisse zum Thema „New Work im Handwerk“ berichten. Im Mittelpunkt standen die praktischen Facetten moderner Arbeitskultur in Handwerksbetrieben: (1) Kooperative Führung als Schlüssel für Motivation und Bindung, (2) Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort als Wettbewerbsvorteil und (3) Agilität als Antwort auf Fachkräftemangel und Marktveränderungen. Die lebhafte Diskussion mit den Teilnehmenden hat gezeigt, dass New Work auch im Handwerk längst kein Zukunftsthema mehr ist, sondern konkrete Gestaltungsmöglichkeiten bietet – gerade für kleine und mittlere Betriebe.

Aktuelles September 2025 – Beitragsstrukturen einer Kammer

Das Projekt untersucht die Beitragsstrukturen einer Handwerksorganisation und entwickelt ein Simulationsmodell zur transparenten Darstellung und Prognose künftiger Beitragsströme. Ziel ist es, Beiträge nach Betrieb, Branche und Region nachvollziehbar aufzuschlüsseln und Belastungsverschiebungen und konjunkturelle Entwicklungen zwischen Gewerken sichtbar zu machen. Auf Basis einer umfangreichen Excel-Datenbasis und eines Power BI-Dashboards werden die Beitragsströme rekonstruiert, historische Entwicklungen analysiert und alternative Beitragssätze simuliert. Dadurch lassen sich Disbalancen zwischen Beitragszahlern erkennen, konjunkturgerechte Ent- und Belastungen modellieren sowie die Haushaltsplanung präzisieren. Qualitätschecks und Datenbereinigungen sichern die Genauigkeit der Berechnungen, die in den Vergleichsjahren nur minimale Abweichungen von den tatsächlichen Werten aufweisen. Das Projekt zeigt damit, wie digitale Werkzeuge Transparenz schaffen und den Entscheidungsträgern in Kammern eine evidenzbasierte Steuerung ihrer Beitragsstrukturen ermöglichen.

Aktuelles September 2025 – MDR berichtet über die Vergütungsstudie des LFI

Unter dem Titel „Handwerk. Ausbildung gesucht: Darauf sollte man achten“ informiert der MDR passend zum Start des neuen Ausbildungsjahrs darüber, dass es viele Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk gibt. Neben Informationen zur gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung verweist der MDR auf die Vergütungsumfrage des LFI aus Baden-Württemberg. Diese liefert aktuelle Daten, was Ausbildungsbetriebe im Handwerk in vielen verschiedenen Berufen aktuell in der Ausbildung zahlen.

Aktuelles September 2025 – Hinweis auf die Veröffentlichung der Berichte des „4. Forum Handwerksrecht“

Die Beiträge der Redner des „4. Forum Handwerksrecht“ wurden in der Zeitschrift „Wirtschaft und Verwaltung“ Heft 3/2025 veröffentlicht, welches Anfang September 2025 erschienen ist. Folgende Beiträge sind veröffentlicht:
• Prof. Dr. Martin Burgi: Berufe an den Grenzen von Handwerk und Meisterpflicht: Vom dynamischen Handwerksbegriff zur Vermutungsregel
• Klaus Schmitz: Zur Auslegung des § 52 HwO bei der Bezirksabgrenzung von Innungen
• Prof. Dr. Thomas Günther: Herausforderungen bei der Anwendung des Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetzes
• Prof. Dr. Richard Giesen: Zur sozialrechtlichen Stellung Auszubildender

Aktuelles Juli 2025 – 4. Forum Handwerksrecht

Prof. Dr. Martin Burgi, beratender Co-Direktor (Recht) des Ludwig-Fröhler-Instituts, hieß im Namen des Instituts alle Teilnehmenden herzlich willkommen und freute sich ebenso wie Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, über die Möglichkeit, die von Diskussion und Austausch lebende Veranstaltung mit knapp 80 Teilnehmenden in der Handwerkskammer für München und Oberbayern durchführen zu können.

Die Vortragsreihe wurde durch Burgi eröffnet, der sich mit Berufen beschäftigte, die sich der Grenze von Handwerk bzw. Meisterpflicht befinden. Er schlug vor, den dynamischen Handwerksbegriff durch eine Vermutungsregelung für die Zugehörigkeit zum Handwerk bzw. zu der Anlage A der Handwerksordnung (HwO) zu ersetzen.

Nach einer Kaffeepause referierte Klaus Schmitz, Referatsleiter Hand-werksrecht im Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) über die Auslegung des § 52 HwO bei der Bezirksabgrenzung von Innungen. Da heute immer weniger Innungen existieren, läge in vielen Fällen eine Fusion nahe. Aufgrund der komplexen Vorschrift des § 52 HwO seien solche Fusionen aber nur schwer realisierbar. Schmitz warf des-halb die Frage auf, ob es nicht Teil der kommunalen Selbstverwaltung sei, dass Innungsfusionen in eigener Organisation stattfinden.

Direkt im Anschluss folgte der Beitrag von Prof. Dr. Richard Giesen, geschäftsführender Direktor des Zentrums für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht (ZAAR) an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Er schilderte in seinem „sozialpolitischen Vortrag“ die de lege lata bestehenden Reformhindernisse für die Sozialversicherung der Auszubildenden und schlug sodann Möglichkeiten zur Förderung der Bedingungen innerhalb der Berufsbildung vor.

Nach der Mittagspause referierte Prof. Dr. Thomas Günther, Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, über die Herausforderungen bei der Anwendung des Berufsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetzes. Günther betonte, dass man trotz anfänglicher Bedenken von einer erfolgreichen effizienten Zusammenarbeit der Kammern sprechen könne. Die digitale Berufsvalidierung sei jedenfalls eine Chance, dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Geschlossen wurde die Vortragsreihe durch den „Bericht aus Berlin“ von Martina Giesler, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, und Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH. Giesler berichtete unter anderem über die in der letzten Legislatur erfolgte Änderung der HwO (§ 18 Abs. 2 HwO) sowie die Ergebnisse der im Frühjahr 2025 durchgeführten Evaluation der Rückvermeisterung. Die Betriebe wür-den demnach erste positive Bilanzen ziehen.

Schwannecke gab zu bedenken, dass die Wettbewerbsfähigkeit Europas nicht zuletzt eine große Bedeutung für Handwerk und Mittelstand habe. Mit Beginn der neuen Legislatur sei die Erwartungshaltung groß, dass Deutschland wieder eine Führungsrolle im Bereich der Wirtschaft übernimmt. Im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks forderte er den weiteren Abbau von Berichtspflichten und die Entlastung der Betriebe durch eine Senkung der Stromsteuer bzw. der Netzentgelte für Strom.

Sowohl nach den einzelnen Vorträgen als auch in den Pausen entstan-den interessante Fachdiskussionen unter den Teilnehmenden und mit den Referierenden. Einen ausführlichen Tagungsbericht finden Sie in der Ausgabe 8/2025 des Gewerbearchivs. Außerdem findet sich in der Zeitschrift handwerk magazin 08/25 ebenfalls ein Beitrag zum 4. Forum Handwerksrecht. Die Berichte der einzelnen Vorträge werden in der Zeitschrift „Wirtschaft und Verwaltung“, Heft 3/2025 veröffentlicht.

Ansprechpartner am LFI:
Juliana Murl (murl@lfi-muenchen.de)

Aktuelles Juli 2025 – Private Equity

Der Bericht untersucht die zunehmende Rolle von Private-Equity-(PE)-Investitionen im deutschen Handwerk. Er zeigt auf, wie PE helfen kann, zentrale Herausforderungen wie ungelöste Nachfolgeregelungen, geringe Marktkonsolidierung und Modernisierungsbedarf in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu bewältigen. Neben Kapital stellen PE-Investoren auch strategische Unterstützung sowie operative Professionalität bereit – etwa durch Digitalisierung, moderne HR-Strukturen und effizientere Prozesse. Gleichzeitig bringt die Beteiligung kulturelle und strukturelle Herausforderungen mit sich, wie den Verlust betrieblicher Autonomie oder Schwierigkeiten bei der Mitarbeiterbindung. Auf Basis qualitativer Interviews mit Investoren und Handwerksunternehmern identifiziert die Studie zentrale Erfolgsfaktoren: u. a. klare Kommunikation, Kontinuität in der Führung, strategische Passung und die Wahrung regionaler Identität. Zwar sind PE-Investitionen im Handwerk noch eine Nische, doch angesichts des demografischen Wandels und zunehmender Konsolidierung wird ihnen langfristig wachsende Bedeutung beigemessen – vorausgesetzt, Investoren erkennen und respektieren die branchenspezifischen Besonderheiten.

Aktuelles Juli 2025 – Unternehmereignung

Die Studie untersucht, ob sich mithilfe eines Merkmals-Tools der Gründungserfolg im Handwerk vorhersagen lässt. Basierend auf einer Längsschnittuntersuchung mit 27 Teilnehmenden, die ursprünglich zu gründungsrelevanten Eigenschaften befragt wurden, wurde analysiert, welche Merkmale mit tatsächlich erfolgten Gründungen und deren Erfolg korrelieren. Die Ergebnisse zeigen, dass unternehmerische Vorerfahrung, Managementkompetenz und F&E-Kenntnisse signifikant mit der tatsächlichen Umsetzung von Gründungsvorhaben zusammenhängen. Besonders starke Zusammenhänge ergeben sich für den ökonomischen Gründungserfolg, während persönliche und gesellschaftliche Erfolgsaspekte komplexer sind und schwächer durch objektive Merkmale erklärbar bleiben. Emotionale Fähigkeiten und unternehmerische Persönlichkeit erweisen sich als wichtige Einflussfaktoren für Gesamt-, persönlichen und gesellschaftlichen Erfolg. Trotz einer begrenzten Stichprobengröße liefert das Tool eine vielversprechende Grundlage zur Identifikation und Förderung geeigneter Gründungspersönlichkeiten im Handwerk.

Aktuelles Juni 2025 – Neuer Mitarbeiter am LFI

Am 1. Juni begrüßte das LFI in München Yannick Dreier als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Herr Dreier studierte Management and Technology an der Technischen Universität München und sammelte während seines Studiums vielseitige praktische Erfahrungen als Werkstudent und Masterand in Industrieunternehmen sowie in der Nachhaltigkeitsberatung.
Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit wird insbesondere in den Bereichen Innovationsmanagement, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz liegen.

Falls Sie mit Herrn Dreier in Kontakt treten möchten, steht er Ihnen ab sofort unter folgenden Kontaktdaten zur Verfügung:

T: +49 (0)89 – 51 55 60 – 76
E-Mail: dreier@lfi-muenchen.de

Aktuelles Juni 2025 – Handwerk sieht sich in Punkto Entlohnung voll konkurrenzfähig

Unter diesem Titel berichtet die Stuttgarter Zeitung über die neu erschienene Vergütungsstudie des LFI im Auftrag der baden-württembergischen Handwerkskammern. Die Studie räumt endgültig mit dem Vorurteil auf, im Handwerk sei es „laut, dreckig, staubig – und schlecht bezahlt“ (Stuttgarter Zeitung, Nr. 129, S. 11, 06.06.2025). Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, betont gegenüber der Öffentlichkeit die zentrale Botschaft: Das Handwerk bietet sehr attraktive und wettbewerbsfähige Vergütungen.

Aktuelles Juni 2025 – Erkenntnisse zur Vergütungssituation im baden-württembergischen Handwerk veröffentlicht

Eine aktuelle Studie des LFI untersucht, welche betrieblichen sowie inhaber- und mitarbeiterbezogenen Faktoren die Vergütungshöhe in Handwerksbetrieben in Baden-Württemberg beeinflussen. Sie zeigt, dass insbesondere die Umsatzklasse und die jeweilige Gewerbegruppe entscheidende Treiber für höhere oder niedrigere Vergütungen sind. Überraschenderweise spielt es hingegen keine Rolle, ob sich der Betrieb in einer ländlichen oder städtischen Region befindet. Die Studie zeigt außerdem, dass mit steigendem Alter und damit wachsender Berufserfahrung auch die Vergütung der Mitarbeitenden zunimmt.

Aktuelles April 2025 – Der Ausbildungsmarkt ist ausgetrocknet – und das Schilder- und Lichtreklamehandwerk geht dagegen an!

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Zentralverbands Schilder und Lichtreklamehersteller (ZVSL) hielt Dr. Andrea Greilinger einen Vortrag mit dem Titel: „Nachwuchs gesucht: Wie Sie Schulabsolventen fürs Handwerk begeistern! Wissenschaftliche Impulse für Ihre Rekrutierungsstrategie“.

Es ergab sich ein spannender Austausch über kreative Wege zur Ansprache junger Talente, die Stärken des Berufs Schilder- und Lichtreklamehersteller und Ideen, diesen bekannter zu machen. Denn dieser Beruf ist kreativ, handwerklich und vielseitig in Material und Umsetzung. Für den ZVSL sowie deren Mitglieder heißt es nun: Sichtbar machen, was der Beruf kann!

Aktuelles April 2025 – Vortrag zur Förderung von Frauen im Ehrenamt

Larissa Nicolaus hatte im Rahmen des ZDH-Ausschusses „Organisation und Recht“ die Möglichkeit, das LFI-Forschungsprojekt „Frauen in der Handwerksorganisation“ vorzustellen. Deutlich wurde dabei, dass bereits nach geltendem Recht eine Förderung von Frauen in Leitungspositionen, die nicht Betriebsinhaberinnen sind, möglich ist. Zudem bestehen verschiedene Regelungsoptionen, die – den politischen Willen vorausgesetzt – eine erweiterte Mitwirkung von Frauen in der Handwerksorganisation ermöglichen könnten.

Aktuelles April 2025 – Emotional gebunden – Wie sozioemotionale Werte Entscheidungen im Handwerk beeinflussen

Was tun, wenn der eigene Betrieb scheitert – weitermachen oder neu gründen? Eine neue Studie zeigt: Inhaber familiengeführter Handwerksbetriebe treffen solche Entscheidungen häufig unter dem Einfluss sozioemotionaler Werte (SEW) – etwa durch emotionale Bindung, Identifikation oder Traditionsbewusstsein.

Die Ergebnisse belegen: Hoher SEW kann zu überhöhtem Investitionsverhalten in aussichtslosen Situationen führen – erhöht aber auch die Bereitschaft, nach einem Scheitern erneut zu gründen.

Die Studie basiert auf zwei Vignettenstudien mit 314 Inhaberinnen und Inhabern und liefert wichtige Impulse für die Nachfolge- und Krisenstrategie im Handwerk.

Aktuelles April 2025 – Einfluss von emotionalen Bindungen auf Preisverhandlungen bei Betriebsnachfolgen

Der erfolgreiche Verkauf eines Unternehmens im Rahmen der Nachfolge hängt maßgeblich von der Einigung über den Kaufpreis ab. Diese Studie untersucht, wie persönliche Beziehungen zwischen Käufer und Verkäufer sowie die Bindung des Käufers zum Betrieb die Zahlungsbereitschaft beeinflussen.

Zwei Vignettenstudien mit Meisterschülern in Deutschland zeigen: Freundschaftliche oder familiäre Beziehungen senken die Zahlungsbereitschaft, während eine frühere Anstellung oder eine starke Identifikation mit dem Betrieb zu höheren Preisangeboten führen können.

Die Ergebnisse geben praxisnahe Einblicke für übergabewillige Inhaber und potenzielle Nachfolger – und unterstreichen die Bedeutung emotionaler Faktoren bei der Preisfindung in nachfolgebedingten Unternehmensverkäufen im Handwerk.

Aktuelles März 2025 – LFI zu Besuch bei der Schader-Stiftung für die Darmstädter Tage der Transformation

Im Rahmen der von der Schader-Stiftung organisierten Darmstädter Tage der Transformation fanden Werkstatt-Gespräche zu „Chancen des Handwerks in der Kreislaufwirtschaft: Erfahrungen aus der Praxis“ statt.

Dr. Antonia Hoffmann durfte hierbei in ihrem Vortrag „Kreislaufwirtschaft im Handwerk: Wie geht es?“ praxisnahe Einblicke in ihre Forschung geben und zusammen mit Frau Susanne Haus, Präsidentin der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, die zirkuläre Zukunft des Handwerks diskutieren.

Aktuelles März 2025 – DHI-Forum 2025 ganz im Zeichen von KI

Das Leitthema des diesjährigen DHI-Forums 2025 im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse war Künstliche Intelligenz. Die fünf Handwerksinstitutete gaben hierbei Einblick in Ihre aktuelle Forschung zu KI in den Betrieben, der Handwerksorganisation, und der Berufsausbildung.

Unser Mitarbeiter Herr Maximilian Schatz stellte ein Forschungskonzept zur Entwicklung eines digitalen Mitarbeiters für das Handwerk vor, welcher Betriebe intern bei der Umsetzung von Innovationsprojekten unterstützt.

Aktuelles Februar 2025 – LFI beim Netzwerktreffen: Offensive Mittelstand

Beim regionalen Netzwerktreffen „Offensive Mittelstand“ arbeiten unabhängige Partner gemeinsam daran, mittelständische Betriebe zu stärken. Inspirierende Vorträge, kurze Einblicke aus dem Netzwerk und abwechslungsreiche Veranstaltungsorte schaffen ideale Gelegenheiten für Austausch und Vernetzung.
Im Rahmen des regionalen Netzwerktreffens der Offensive Mittelstand durfte Dr. Antonia Hoffmann ihre aktuelle Studienergebnisse zu zirkulären Strategien im Handwerk vorstellen.

Aktuelles Februar 2025 – Einladung zum 4. Forum Handwerksrecht 2025

Am 27.06.2025 findet das Forum Handwerksrecht zum vierten Mal in München statt. Mit dieser Veranstaltung möchte das Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften den Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft vertiefen. Neben den Fachvorträgen und dem „Bericht aus Berlin“ ist ausreichend Zeit zur Diskussion und zum persönlichen Gespräch vorgesehen. Wir laden Sie herzlich nach München ein!
Weitere Informationen finden Sie im Programmflyer.

Bei Fragen zur Veranstaltung hilft Ihnen gerne unsere Kollegin Juliana Murl.

Aktuelles Februar 2025 – Circular Economy im Bausektor

Die Circular Economy bietet für den Bausektor vielversprechende Chancen um den Ressourcenverbrauch zu minimieren und die Umweltbelastung zu reduzieren. Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Es werden die im Baugewerbe viel genutzten Materialien Mineralik (insbesondere Beton), Holz, Metall, Ziegel, Kunststoffe, Dämmstoffe und Glas in Bezug auf ihre Verwendung, ihren aktuellen Stoffstrom sowie ihre aktuelle und zukünftige nachhaltige Nutzung analysiert. Zudem werden die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und in der EU betrachtet. Abschließend werden im Rahmen der Arbeit Handlungsempfehlungen für die Wirtschaft und die Politik gegeben. Diese Empfehlungen zielen darauf ab, die Kreislaufwirtschaft im Bausektor zu fördern und die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, um das Baugewerbe nachhaltiger werden zu lassen.

Jobs – Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d)  gesucht

Für Mai/Juni 2025 sucht das Ludwig-Fröhler-Institut einen wissenschaftlichen Mitarbeiter (m/w/d). Mit der 80%-Stelle verbunden ist die Möglichkeit zur Promotion.

Aktuelles Februar 2025 – Eine Frage des Vertrauens

Wer hätte das gedacht: New Work & Handwerk – das passt zusammen und es gibt Betriebe, die diesen Ansatz voll leben! Besonders dann, wenn New Work nicht unter diesem – für das Handwerk oft wenig greifbaren – Begriff diskutiert wird, sondern in seine einzelnen Komponenten zerlegt wird. Kooperative Führung sowie Flexibilität (in Bezug auf Arbeitszeit und -ort) – hier gehen die Betriebe maximal auf die Mitarbeitenden ein! Agilität als dritte Komponente von New Work muss für eine Anwendung im Betriebsalltag zum Gewerk und zur Unternehmensstruktur passen, weshalb Betriebe es oft an ihre Bedingungen anpassen bzw. nur teilweise umsetzen. Letztlich erfordert diese moderne, ergebnisorientierte Betriebsführung aber vor allem eines: Vertrauen in die Mitarbeitenden. Die Belohnung? Zufriedene Fachkräfte, die dem Betrieb treu bleiben! (DHZ, Ausgabe 3, Jhg. 77, S. 12)

Aktuelles Februar 2025 – Gutachten von Prof. Dr. Fervers zu Circular Economy in Handwerksunternehmen

Ob beim Hausbau oder der Kfz-Reparatur – in vielen Sektoren des Handwerks können Second-Hand-Materialien eingesetzt werden. Neben dem klassischen Einbau bereits verwendeter Ersatzteile birgt die Kreislaufwirtschaft erhebliche Potenziale für Handwerksbetriebe: Allein im Jahr 2020 fielen laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes im Bausektor 220,6 Millionen Tonnen an Bauabfällen (z.B. Bauschutt, Straßenaufbruch und Bodenaushub) an. Wenngleich Bauabfälle oftmals schon im Straßenbau als Füllmaterial verwendet werden, sind die Einsatzmöglichkeiten noch längst nicht vollständig ausgeschöpft. Technisch ließen sich etwa bereits heute Recycling-Gesteinskörnungen im Hochbau einsetzen und so einer wertvolleren Verwendung zuführen.

Dennoch stehen Handwerksunternehmen, die den Schritt in Richtung der Nachhaltigkeit gehen wollen, vor Herausforderungen. Schwer erkennbare Beschädigungen, eine ungewisse Vorbelastung mit Schadstoffen oder eine verkürzte Lebensdauer bergen nicht zu vernachlässigende zivilrechtliche Risiken bei der Verwendung von Second-Hand-Materialien. Prof. Dr. Fervers erörtert in seinem für das LFI angefertigtem Gutachten rechtliche Hemmnisse und Potenziale bei der Umsetzung von „Circular Economy“ durch Handwerksunternehmen.

Im Mittelpunkt dieser Haftungsvermeidung steht dabei eine transparente vertragliche Vereinbarung zwischen Handwerksunternehmen und Kunden, die auf keinen Fall als „Klausel im Kleingedruckten“ erfolgen sollte. An dieser Stelle soll nur kurz erwähnt sein, dass der Autor vor dem Hintergrund der Beweislast eine Dokumentation über die Lagerung, den Zustand und die Herkunft der Second-Hand-Materialien empfiehlt. Dieses Thema stößt bei Betriebsinhabern schnell auf Unsicherheit – oftmals ist nicht eindeutig, in welcher Form und über welche Zeiträume die Dokumentation erfolgen soll. Im Rahmen von kauf- und werkvertraglichen Regelungen ist in jedem Fall auf der sicheren Seite, wer eine schriftliche Dokumentation – zum Beispiel mit Protokollen und Fotos versehen – über die verwendeten Materialien, Tätigkeiten und Arbeitsergebnisse vornimmt. Für den Zeitraum der Archivierung gilt: Wie bislang üblich, sollten die Unterlagen mindestens entsprechend der gesetzlichen Verjährungsdauer von Gewährleistungsansprüchen aufbewahrt werden. Für die Aufbewahrung und Sicherung der Dokumente sollte eine „revisionssichere Archivierung“ wie bei allgemeinen Geschäftsunterlagen (Verträge, Geschäftskorrespondenz o.Ä.) erfolgen.

Aktuelles Februar 2025 – Innovationlabs für den Mittelstand

Innovationlabs werden als zentrale Katalysatoren für den unternehmerischen Erfolg und technologische Entwicklung diskutiert. Diese Studie untersucht die strukturellen und operativen Muster deutscher Innovationlabs sowie ihren spezifischen Nutzen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Durch einen explorativen, sequenziellen Mixed-Method-Ansatz wurde eine Typologie von Innovationlabs erstellt, die acht unterschiedliche Grundtypen umfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass deutsche Innovationlabs vielfältige Ansätze bieten, um KMU bei Digitalisierung, Vernetzung und Innovationsprojekten zu unterstützen. Innovationlabs spielen eine zentrale Rolle als potenzielle Treiber für technologischen Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung. Die Erkenntnisse bieten praktische Impulse für die Gestaltung und Nutzung von Innovationslabs für KMU.

Aktuelles Januar 2025 – Die Rolle der Handwerkskammern im 21. Jahrhundert

In der Januar Ausgabe der Deutschen Handwerkszeitung (77. Jahrgang, Ausgabe 1-2) spricht Prof. Dr. Martin Burgi in einem Interview über politische Provokationen, die Rolle der Handwerkskammern im 21. Jahrhundert und ihre Bedeutung für die Demokratie. Dabei wird auch deutlich, wie relevant die Arbeit der Kammern im Hinblick auf die Entbürokratisierung im Handwerk ist.

Aktuelles Januar 2025 – Vertrauen statt Homeoffice bieten

Unter diesem Titel berichtet das „handwerk magazin“ (Ausgabe 1-2/25, S. 29-31 sowie Online) über die neu erschienene Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts zu New Work im Handwerk. Der Beitrag verbindet die wissenschaftlich erhobenen Erkenntnisse der Studie mit einem Blick in die Praxis, indem ein Leuchtturmbetrieb schildert, was er konkret unter New Work versteht und welche Komponenten er wie in seinem Betrieb lebt. Der Beitrag wird durch einen „New Work Check“ abgerundet, in welchem die Komponenten Vertrauen & Wertschätzung, Führung auf Augenhöhe, flexible Arbeitszeiten, mobiles und agiles Arbeiten thematisiert werden und mit Vor- und Nachteilen aufgezeigt wird, wie das Handwerk von der neuen Arbeitskultur profitieren kann.

Aktuelles Januar 2025 – Zirkuläre Strategien im Handwerk

Die Kreislaufwirtschaft wird immer bedeutender, jedoch sind KMU und Handwerksbetriebe in der Forschung bisher unterrepräsentiert. Die Arbeit untersucht zirkuläre Strategien in Zimmerei, Dachdeckerei, Glaserei, Metallbau und Textilreinigung. Hemmnisse wie hohe Kosten, technische Probleme, regulatorische Hürden und geringe Kundenakzeptanz erschweren die Umsetzung. Dennoch bieten Ansätze wie Kooperationen, Reparaturen und Sharing-Modelle Potenziale für Ressourceneffizienz.
Handwerksbetriebe spielen eine Schlüsselrolle in regionalen Kreisläufen und der nachhaltigen Transformation, indem sie Wiederverwendung und Reparatur fördern.