LUDWIG
FRÖHLER
INSTITUT                                    Wirtschaft & Recht für das Handwerk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die SWOT-Analyse als Instrument zur Generierung von Erfolgspotentialen

Die SWOT-Analyse ist das zentrale Instrument des strategischen Managements. Als systematisches Analyseraster zur Erfassung und Bewertung der unternehmerischen Ausgangssituation ist sie Grundlage eines nahezu jeden Strategieentwicklungs­prozesses. Die Forschungsergebnisse des Ludwig-Fröhler-Institutes (LFI) sind in einen Aufsatz im Herausgeberwerk „Jahrbuch der KMU-Forschung und –Praxis 2009“ zusammengefasst. 

Ein funktionierendes System strategischer Planung trägt auch in Handwerks­unternehmen und KMU maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Ein theoretisches Konzept, das Unternehmer bei dieser Führungsaufgabe unterstützen kann, ist die SWOT-Analyse. Die systematische Suche nach Erfolgspotentialen im Unternehmen selbst sowie in seiner Umwelt kann zwar auch implizit erfolgen, aber der explizite Einsatz formalisierter Instrumente erscheint aus vielerlei Gründen zweckmäßig.

Mit seinen umfangreichen Kriterienkatalogen eignet sich das vom LFI entwickelte und in dem Aufsatz vorgestellte Instrumentarium besonders gut dazu, ein aussage­kräftiges und vollständiges Bild von der strategischen Ausgangs­situation eines Handwerksunternehmens zu zeichnen. Die Praxisanleitungen des LFI unterstützen insbesondere die Sammlung und Verarbeitung großer Mengen an Informationen. In deren Rahmen erfolgen eine quantitative Bewertung jedes einzelnen Kriteriums sowie eine Aggregation der Bewertungen durch mathematische Operationen. Diese Anwendung quantitativer Methoden zur Verarbeitung ursprünglich qualitativer Informationen bedingt einen gewissen Informationsverlust, aber gleichzeitig kann eine Informationsüberflutung des Entscheidungsträgers vermieden werden. Der wesentliche Vorteil einer Quantifizierung der Informationen liegt in der gewonnenen Möglichkeit zur Visualisierung. So wird auf den ersten Blick deutlich, wo Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken liegen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Instrumente den Planungsprozess insbesondere in der Analysephase begleiten und steuern können. Damit leisten sie wichtige Hilfestellungen für Handwerksunternehmer. Etwas problematischer ist lediglich die Phase der Strategiegenerierung, die nicht lückenlos in Arbeitsblättern abgebildet werden kann. Ob eine derart starke Formalisierung überhaupt zweckmäßig sein kann, ist ohnehin strittig. Sie schränkt nicht nur die Kreativität ein, sondern lässt auch keinen Platz für weiche Faktoren. Gerade das Bauchgefühl und die Intuition eines (echten) Unternehmers sind aber wichtig für die Individualität der Planungsergebnisse und damit für den Aufbau von Erfolgspotentialen.

Der Aufsatz „Die SWOT-Analyse als Instrument zur Generierung von Erfolgs­potentialen in KMU – Ein praxisnahes Instrumentarium für Handwerksunternehmen“ ist veröffentlicht in:

Management-Instrumente in kleinen und mittleren Unternehmen: Jahrbuch der KMU-Forschung und -Praxis 2009,  hrsg. v. Jörn A. Meyer, S. 151-170.