LUDWIG
FRÖHLER
INSTITUT                                    Wirtschaft & Recht für das Handwerk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirtschaftliche Förderung von Handwerksbetrieben durch Preise und Auszeichnungen

Seit vielen Jahren werden anlässlich der Internationalen Handwerksmesse in München mit dem Bayerischen Staatpreis für besondere gestalterische und technische Leistung im Hand­werk sowie dem Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk zwei bedeutende Preise verliehen. Ziel des Projektes ist es, die werbliche Nutzung der Auszeichnungen durch die Preisträger zu untersuchen und die Wirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmen zu beleuchten. Dazu wurde eine schriftliche Befragung der inländischen Preisträger aus den vergangenen 20 Jahren durchgeführt.

Zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass beide Preise für die ausgezeichneten Betriebe eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich bringen. So kommt die hohe Wertschätzung der Pr-eise durch die ausgezeichneten Künstler und Unter­nehmer in den Untersuchungsergebnissen ebenso deutlich zum Ausdruck, wie die positiven Wirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Preisträger.

Gleichzeitig offenbart die Studie, dass ein Teil der Preisträger die Auszeichnung nicht in ausreichendem Maß zu werblichen Zwecken einsetzt. Diesen Personen ist der Nutzen einer gezielten Werbung mit dem Preis offensichtlich nicht bewusst. Vor diesem Hintergrund ist die Empfehlung an die ausschreibenden Organisationen auszusprechen, dass den Preisträgern zusammen mit der Urkunde ein Informations­blatt ausgehändigt wird, in dem die Bedeutung von Marketingmaßnahmen betont wird. Alternativ oder ergänzend könnte sich auch ein Abschnitt der Festansprache dieser Thematik widmen. Insbesondere sollte darauf hingewiesen werden, dass der Erhalt einer Auszeichnung nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg bedeutet. Vielmehr ist eine Reihe von flan­kierenden Maßnahmen notwendig, damit die Botschaft auch bei den (potentiellen) Kunden ankommt.

Nachdem vielen Preisträgern möglicherweise die gesamte Bandbreite von geeigne­ten Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit gar nicht bewusst ist, sollten diese in dem Informationsblatt explizit genannt und mit Hilfe von Praxisbeispielen verdeutlicht werden. Einen Anhaltspunkt können hier die in diesem Untersuchungsbericht dargestellten Fälle bieten.

Unterstützung wünschen sich einige der Befragten darüber hinaus zum Vorgehen bei der Verwertung von Erfindungen und bei der Suche nach Kapitalgebern und Investoren. Diesbezüglich bieten beispielsweise die Handwerkskammern eine breite Palette an Beratungsleistungen an, die durch alle Mitgliedsbetriebe jederzeit in Anspruch genommen werden kann. Darauf sollten die Preisträger bereits in der Phase der Ausschreibung oder Bewerbung hingewiesen werden, denn gerade im Zusammen­hang mit Schutzrechten ist eine frühzeitige Beratung unerlässlich.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Unternehmer und Künstler, die es verstehen, die Auszeichnung werbewirksam ein­zu­setzen, in der Mehrzahl über äußerst positive Wirkungen der Preise berichten. Sie konnten nicht nur ihren Bekanntheitsgrad erhöhen, sondern auch ihr Image nachhaltig verbessern. In der Folge wurden neue Geschäftskontakte geknüpft, und die wirtschaftliche Lage vieler Preisträger verbesserte sich dauerhaft. Dadurch konnten Arbeitsplätze gesichert oder sogar neue geschaffen werden.

 

http://lfi-muenchen.de/ihw/Preise_Ergebnisbericht.pdf

 

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