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Fallstricke bei der Nachlassplanung und Betriebsübergabe
Gerade im Handwerksbereich steht in den nächsten Jahren für viele Betriebe
die Übergabe an einen Nachfolger an. Doch kaum jemand beschäftigt sich gern
mit dem Gedanken an den Rückzug aus dem eigenen Unternehmen. Umso mehr
stellt sich die Frage, welche Aspekte beachtet werden müssen, wenn der
Betrieb erfolg-reich übergeben werden soll. Wie kann etwa der wirtschaftlich
erfolgreiche Fortbe-stand des Unternehmens sichergestellt werden? Was für
Möglichkeiten gibt es, um die Steuerbelastung bei der Übergabe zu
minimieren?
Um einen Überblick über die vielen Problemfelder aus den Bereichen rund um
die Nachlassplanung und die Betriebsübergabe zu bekommen, greift die soeben
zu die-sem Thema veröffentlichte Checkliste des Ludwig-Fröhler-Instituts
(LFI) eine Reihe wichtiger Punkte auf. Dabei handelt es sich um eine
übersichtliche und auf wesentli-che Problembereiche konzentrierte
Hilfestellung, um das Vorgehen bei der eigenen Nachlassplanung und
Betriebsübergabe zu systematisieren. Sie kann natürlich keine abschließende
Aufzählung aller Sachverhalte, die mit der Nachlassplanung im Hin-blick auf
den Betrieb zu tun haben, leisten. Dies würde dem Sinn einer Checkliste auch
entgegenlaufen: Vielmehr soll dem Betriebsinhaber ein Leitfaden an die Hand
gegeben werden, der dabei hilft, eine Übergabe zu gestalten, und der
heraus-streicht, wo es heißt, aufzupassen und wo man besser professionelle
Hilfe einholen sollte.
Zuerst werden ganz allgemein die Grundlagen des Problembereiches der
Unterneh-mensnachfolge aufgezeigt. Hier wird herausgestellt, warum die
vorweggenommene Erbfolge der Erbfolge von Todes wegen vorgezogen werden
sollte: Nur in ersterem Fall ist unter anderem eine Ausnutzung von
steuerlichen Spielräumen oder eine gründliche Einarbeitung des Nachfolgers
möglich.
In einem zweiten Teil wird auf wesentliche Einzelregelungen bei der
Nachlassplanung im Detail eingegangen. Wichtig ist es, zu beachten, dass
gesellschaftsrechtliche Re-gelungen den testamentarischen Regelungen in
jedem Fall vorgehen. Darum wird ein besonderer Schwerpunkt auf die
Aufstellung des Testaments sowie seine Abstim-mung mit dem
Gesellschaftsvertrag gelegt. Eine wünschenswerte schrittweise Ein-bindung
des Nachfolgers kann über verschiedene Formen der Schenkung erreicht werden.
Außerdem werden Klauseln im Gesellschaftsvertrag angesprochen – eine
Möglichkeit, um sich die Mitbestimmung im Betrieb für eine gewisse Zeit zu
sichern. Schließlich werden hier auch die Rechtsfolgen im Todesfall
vorgestellt, also ohne vor-handene Nachfolgeregelungen. Diese sind abhängig
von der Rechtsform des Unter-nehmens: Besonders beim Einzelkaufmann kann die
Rechtsfolge des Eintretens einer Erbengemeinschaft dabei sehr unangenehm
sein: In diesem Fall müsste über alles einstimmig entschieden werden und
eine Lähmung des Betriebes drohte.
Im dritten Teil der Checkliste wird auf die Übertragung und Verschonung des
Be-triebsvermögens eingegangen, also die steuerliche Gestaltung der
Betriebsüberga-be. Hierbei liegt der Schwerpunkt insbesondere auf den durch
die Erbschaftssteuerre-form geänderten Regelungen, welche mit dem
Wachstumsbeschleunigungsgesetz erst kürzlich neuerlich umgearbeitet wurden.
Ein letzter Teil schließlich behandelt die Bewertung des Betriebsvermögens –
ein Prob-lemfeld, das sich nicht nur bei der Bemessung der
Erbschaftsteuerschuld zeigt, son-dern auch etwa beim Ausscheiden eines
Gesellschafters – etwa im Todesfall eines anderen – relevant sein kann. Mit
dem Wegfall des sogenannten Stuttgarter Verfah-rens bei der
Unternehmensbewertung für (erbschaft-) steuerliche Zwecke existiert hier
eine ganze Bandbreite an Methoden, deren wichtigste kurz vorgestellt werden.
Eine gute Beratung schließlich ist das A und O einer erfolgreichen
Unternehmens-übergabe. Der Betriebsinhaber sollte sich unbedingt nicht nur
Hilfestellung bei den Beratern der Fachverbände und der Handwerkskammern
suchen, sondern für die einzelnen Themenbereiche auch bei Notar und
Steuerberater, sowie Rechtsanwäl-ten und den Kreditberatern seiner Bank Rat
einholen. Dies gilt in besonderem Maße für die Behandlung der Punkte in
dieser Checkliste.
Herausgeber der Checkliste zur Nachlassplanung und Betriebsübergabe ist das
Lud-wig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften (LFI), welches die
Checkliste in Zu-sammenarbeit mit dem Fachverband Sanitär-, Heizungs- u.
Klimatechnik Bayern er-stellt hat. Die Checkliste ist auch bei diesen beiden
Institutionen erhältlich oder kann direkt aus dem Internet heruntergeladen
werden:
http://www.lfi-muenchen.de/publikationen/Checkliste_Nachlassplanung.pdf
Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften (LFI)
Forschungsinstitut im Deutschen Handwerksinstitut e.V.
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