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Beschäftigung von Migranten im Handwerk Auf Initiative und mit Unterstützung der Handwerkskammer für Schwaben hat das Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften (LFI) die Beschäftigungssituation von Menschen mit Migrationshintergrund untersucht. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt auf der Homepage des Instituts veröffentlicht. In den vergangenen Jahren ist in Politik und Gesellschaft zunehmend das Bewusstsein gewachsen, dem Thema der Integration der in Deutschland lebenden Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eine deutlich höhere Aufmerksamkeit zu schenken. Ein solcher Integrationsbedarf beschränkt sich dabei nicht nur auf Menschen mit ausländischem Pass, sondern erstreckt sich auf weite Teile der Bevölkerung, die entweder selbst oder deren Verwandte aus vorangegangenen Generationen nach Deutschland zugewandert sind. Mit dem Ziel, die Situation von solchen Beschäftigten mit Migrationshintergrund im Handwerk zu analysieren und zu dokumentieren, führte das LFI eine schriftliche Befragung von Handwerksbetrieben aus dem Bezirk der Handwerkskammer für Schwaben durch. Die Analyse zeigte insbesondere folgende Ergebnisse: Von den Betriebsinhabern geben 9,2% an, selbst einen Migrationshintergrund zu besitzen. Von diesen haben mit 31% die meisten einen Migrationhintergrund aus Polen, 23% aus Tschechien bzw. der ehemaligen Tschechoslowakei und 12% aus der Türkei. Insgesamt werden in 54,4% und somit in etwas mehr als der Hälfte aller Betriebe Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt. Diese Zahl macht deutlich, dass das Thema „Beschäftigte mit Migrationshintergrund“ für das Handwerk äußerst relevant ist. Wie die folgende Abbildung zeigt, gibt es dabei deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen:
Darüber hinaus zeigt sich, dass vor allem diejenige Betriebe Migranten beschäftigen, die entweder einen hohen Anteil ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaften, oder die einen hohen Anteil an Kunden mit Migrationshintergrund besitzen. Ebenso finden sich im Umkreis oder in einer Großstadt relativ gesehen mehr Migranten-Betriebe als in ländlichen Regionen. Die Untersuchung zeigte außerdem, dass 13,5 % aller Beschäftigten im Handwerk einen Migrationshintergrund besitzen. Dieses Ergebnis ist sehr stark abhängig vom untersuchten Handwerkszweig, wie das folgende Diagramm veranschaulicht:
In der Gruppe der an- und ungelernten Arbeiter ist dieser Anteil erwartungsgemäß besonders hoch (32%), von den angestellten Meistern haben nur 4,6% einen Migrationshintergrund. Der Fortbildungs- und Qualifizierungsbedarf wird von den Betriebsinhabern vor allem für Migranten aus der Türkei und aus osteuropäischen Ländern hoch eingeschätzt. Durch die Analyse der subjektiv empfundenen Erfahrungen der Betriebsinhaber mit beschäftigten Migranten ergibt sich eine wichtige Erkenntnis: diejenigen Handwerker, die in ihrem Betrieb keine Migranten beschäftigen, haben bezüglich dieser Thematik vielfach eine deutlich negativere Einstellung als Betriebsinhaber, die tatsächliche Erfahrungen mit Migranten sammeln können. Dies lässt den Schluss zu, dass weiterhin vor allem auch ein Informationsbedarf für Handwerksbetriebe besteht, um falsche Vorurteile gegenüber der Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund ausräumen zu können. Der vollständige Untersuchungsbericht steht auf der Homepage des Instituts zum kostenlosen Download zur Verfügung. Der vollständige Link hierzu lautet: www.lfi-muenchen.de/ihw/Studie_Migrationshintergrund.pdf Ludwig-Fröhler-Institut Max-Joseph-Str. 4 80333 München
089-51556080 http://www.lfi-muenchen.de
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