Zukunftsforum Handwerk in Bayern mit großem Erfolg abgeschlossen
Mit
einer Abschlussveranstaltung in der Handwerkskammer Regensburg ist am 10.
April 2008 das „Zukunftsforum Handwerk in Bayern“ offiziell zu Ende
gegangen. Die bayrische Wirtschaftsministerin Müller lobte dabei die Arbeit
der insgesamt fünf DHI-Institute, die über das Jahr 2007 hinweg im Auftrag
des Bayrischen Wirtschaftsministeriums Workshops zu verschiedenen Themen
organisiert bzw. ausgewertet hatten. Die Veranstaltung stand im Zeichen der
großen Herausforderungen unserer Jahre, die auch und ganz besonders das
Handwerk betreffen: Die Europäische Integration bzw. die Globalisierung,
Veränderungen in den Märkten, technologische Entwicklungen sowie die
demographische Entwicklung in Deutschland sind hierbei in erster Linie zu
nennen.
Oberstes Ziel des Zukunftsforums war es, angesichts solch drohender Gefahren
die Entwicklungsperspektiven des Bayrischen Handwerks langfristig zu
sichern. Dies sollte konkret durch das Erarbeiten derzeitiger bzw. künftiger
fassbarere Herausforderungen geschehen, das Entwickeln praktikabler
Lösungsansätze, sowie die Generierung von Best-Practice-Beispielen
erfolgreicher Problembewältigungen in Handwerksbetrieben.
Die
Projektleitung sowie die Dokumentation und Zusammenfassung der Ergebnisse in
einem Leitfaden für die Betriebe wurde durch das Ludwig-Fröhler-Institut
(LFI) übernommen, während die anderen vier beteiligten DHI-Institute sich
auf jeweils einen von vier verschiedenen Themenbereichen konzentrierten. Für
jeden dieser Themenbereiche wurde in der ersten Jahreshälfte 2007 ein
Workshop ausgerichtet. Als Teilnehmer waren vor allem Handwerksunternehmer
aber auch Kammervertreter geladen, welche zukünftige Herausforderungen auf
diesem Themenfeld diskutierten und gemeinsam nach Lösungen suchten.
Im
ersten Workshop beschäftigte sich das Institut für Technik der
Betriebsführung (itb) mit den Produktionsfaktoren Kapital, Energie/Rohstoffe
und Gewerbeflächen. Dabei ging es zuvorderst um Finanzierungsengpässe bei
vielen Handwerksunternehmen, doch auch Probleme der mangelnden Wahrnehmung
von Unterstützungsangeboten für die Betriebe sowie Perspektiven im
Kooperationsbereich wurden diskutiert. Die Frage der mangelhaften
Eigenkapitalausstattung nahm bei den Diskutanten eine überragende Bedeutung
ein.
Das
Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) widmete sich in der
zweiten Veranstaltung den zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen im
Personalbereich. Hier spielten die Themen Bildung und Qualifikation eine
Hauptrolle. Eher am Rande wurde das Gebiet der Personalförderung erörtert.
Stattdessen drehten sich viele Beiträge um Fragen der schulischen Ausbildung
und der gesellschaftlichen Entwicklung.
Das
Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh) ging in der
dritten Tagung auf zukünftige Märkte ein. Dies bedeutete, dass sowohl
strukturelle Veränderungen der Märkte, wie auch eventuell neu entstehende
Märkte, etwa im Zuge der Individualisierung der Bedürfnisse oder der
zunehmenden Internationalisierung, behandelt wurden. Voraussetzung für ein
erfolgreiches Agieren der Betriebe sind hierbei vor allem eine Orientierung
am Kunden, die Schaffung eines Alleinstellungsmerkmales, die Konzentration
auf Kernkompetenzen und die Ausweitung außenwirtschaftlicher Aktivitäten.
Das
vierte Treffen schließlich wurde vom Heinz-Piest-Institut für
Handwerkstechnik (HPI) zum Thema der technologischen Entwicklungen und
Innovationen organisiert. Hier war in erster Linie die zunehmende
Automatisierung und Technisierung sowie das damit einhergehende Sinken der
Halbwertzeit des beruflichen Fachwissens Ausgangspunkt für die Überlegungen.
Letztere führten unter anderem zu Ideen rund um die Netzwerkbildung oder
einem verbesserten Zusammenspiel zwischen Handwerk und Forschung.
In
der Zusammenstellung der Befunde in einem 68-seitigen Leitfaden für
Betriebsinhaber durch das LFI wurden die reichhaltigen Resultate schließlich
in eine Systematik gefasst, die einer umfassenden Behandlung des Themas
„Zukunft“ besonders gerecht wird. Es wurden drei Dimensionen gewählt, die
graphisch betrachtet, einen Würfel bilden, der wie folgt aussieht:

Abbildung
1:
Dimensionen der Ergebnisse des Zukunftsforums
Die
Zukunftsstrategien sind die sechs „Klassen“, denen sich die konkreten
Lösungsvorschläge zuordnen lassen. Die Handlungsfelder benennen das Gebiet,
wo der jeweilige Lösungsvorschlag ansetzt. Und die Handlungsträger
schließlich bezeichnen die Ausführenden, an die die Vorschläge gerichtet
sind. In diese Systematik sind in dem Leitfaden Praxisbeispiele eingepasst,
die von den teilnehmenden Betriebsinhabern gewonnen werden konnten.
Der
Leitfaden bildete für die eingangs erwähnte Abschlussveranstaltung in
Regensburg eine wichtige Grundlage. So nahm die Podiumsdiskussion von vier
Betriebsinhabern unter der Moderation des Hauptgeschäftsführers der
Handwerkskammer für München und Oberbayern, Bernd Lenze, Bezug auf die
gefundenen Lösungsvorschläge. Beispielhaft schilderten die teilnehmenden
Handwerker vorbildliche Strategien und Lösungen in ihren eigenen Betrieben.
Der
Leitfaden mit den ausführlich erläuterten Projektergebnissen
hier herunter geladen werden.
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