LUDWIG
FRÖHLER
INSTITUT                                    Wirtschaft & Recht für das Handwerk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kompetenzbedarf, -akzeptanz und –erwerb in Handwerksunternehmen

Auf Initiative und mit Unterstützung der Handwerkskammer Lüneburg-Stade hat das Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften (LFI) Möglich­keiten zur Förderung des Einsatzes von Managementinstrumenten untersucht. Erste Forschungsergebnisse mündeten in einen Aufsatz im Herausgeberwerk Jahrbuch der KMU-Forschung und –Praxis 2008.

Nach den Ergebnissen der Insolvenzforschung sind viele Zusammenbrüche gerade mittelständischer Unternehmen auf ein stark verbreitetes Handeln auf Basis von Intuition und Improvisation zurückzuführen. Dagegen wird auf den Einsatz von bewährten Managementinstrumenten bei der Planung und Steuerung des Unternehmens meist verzichtet. Wichtige Ursachen hierfür sind neben der Einstellung des Unternehmers insbesondere fehlende Kenntnisse über Methoden und Instrumente zur Unternehmensführung. Um den Einsatz von Managementinstru­men­ten zu forcieren, muss man an beiden Punkten ansetzen. In einem ersten Schritt ist die vielfach vorhandene ablehnende Haltung gegenüber derartigen Instrumenten abzubauen, bevor in einem zweiten Schritt mit Qualifizierungsmaßnahmen Kompe­ten­zen aufgebaut werden können.

Im Rahmen eines Feldexperimentes wurde zunächst der aktuelle Entwicklungsstand des Controllings in Handwerksbetrieben untersucht, bevor diverse Informations- und Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Mittels einer anschließenden zweiten Befragungsrunde konnten die Wirkungen der Maßnahmen gemessen werden. Dabei zeigte sich eine deutlich veränderte Einstellung zu Managementinstru­men­ten im Allgemeinen und zur Zweckmäßigkeit des Controllings im Speziellen. Diese mündet bei rund 90 Prozent der Teilnehmer in der Absicht, das Controlling zukünftig zu intensivieren. Folgerichtig möchten viele Betriebsinhaber ihr Zeitbudget für Controllingaufgaben ausdehnen, wie die folgende Grafik zeigt:

In der Vergleichsgruppe, also Betriebsinhaber, die mit keiner Maßnahme konfrontiert waren, konnten dagegen kaum positive Wirkungen festgestellt werden. Bei nur sieben Prozent der Betriebe konnte gegenüber der ersten Befragung eine Verbesserung gemessen werden. Gleichzeitig lag aber bei ebenso vielen Betrieben das zukünftig geplante Zeitbudget unter dem der Vergangenheit. Eine solche Reduktion konnte hingegen bei keinem einzigen Probanden beobachtet werden.

Der Aufsatz „Kompetenzbedarf, -akzeptanz und -erwerb in KMU – Empirische Erkenntnisse am Beispiel des Handwerks“ ist veröffentlicht in:

Management-Kompetenz in kleinen und mittleren Unternehmen: Jahrbuch der KMU-Forschung und -Praxis 2008,  hrsg. v. Jörn A. Meyer, S. 207-222. 

Diese und viele weitere Ergebnisse des Forschungsprojektes sind darüber hinaus  über die Homepage des Instituts abrufbar.

 

 

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